Holzverbrennung am Haarhäuser See

 

Der Vorstand des Anglervereins Borken e. V. hat festgestellt, dass in letzter Zeit (siehe Bild) wieder vermehrt farbiges Holz, Jägerzaun- oder Span-plattenteile am Haarhäuser See abgelagert und an den Lagerfeuerstellen verbrannt werden. Das ist strengstens verboten. Bei Lagerfeuern ist nur unbehandeltes Holz zu verwenden!

Verstöße werden vom Vorstand geahndet!

 

 

Hegefischen an der Fulda

 

Der DAFV bietet für Mitglieder des Verbandes ein Hegefischen an der Fulda an.

Anmeldungen bitte über den Vorsitzenden Petrick Böttcher.

Weitere Details in der PDF-Datei DAFV-Bundesländerhegefischen 2019

 

 

 

 

 

Verlustmeldung:

 

 

Finderlohn

 

 

Heinz Boese für seine langjährige Vorstandsarbeit im Anglerverein Borken geehrt

Das gibt es nicht so oft. 51 Jahre begleitete Heinz Boese das Amt des Schriftführers im Anglerverein Borken. Bei strahlendem Sonnenschein am vereinseigenen Gewässer in Haarhausen trafen sich am 2.6.2019 Gewässerwarte und Vorstandsmitglieder, um sich bei Heinz Boese zu bedanken.
Der Vorsitzende Petrick Böttcher würdigte in seiner Laudatio die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit von Heinz Boese. Am 1.1.1961 trat er in den Verein mit 17 Jahren ein, schon 1968 wählte man ihn zum Schriftführer. Dieses Amt übte er unter 3 Vorsitzenden über 5 Jahrzehnte verantwortungsvoll aus, außerdem war er viele Jahre auch noch Gewässerwart für die Olmes. Allen Mitgliedern trat er dabei als Mensch stets freundlich, zuverlässig, geradlinig und liebenswert gegenüber, immer an seiner Seite auch seine Ehefrau Elvira, die ihn in seiner Tätigkeit sehr unterstützte. Der Vorsitzende überreichte ihm für seine Verdienste Ehrenurkunden des DAFV und des Verbandes Hessischer Fischer e.V. sowie ein Präsent des Vereins. Seine emotionale Laudatio beendet Petrick Böttcher mit der Ernennung von Heinz Boese zum 3. Ehrenmitglied des Vereins.

(von links: Michael Weidemann, Elvira Boese, Heinz Boese, Petrick Böttcher)

Änderung der hessischen Fischereiverordnung HFischV (ehemals HFO)

Mit dem 14. Dezember 2016 trat die Verordnung zur Änderung fischereirechtlicher Vorschriften vom 5.12.2016 in Kraft. Die geänderte Verordnung (nicht amtliche Fassung) können Sie über oben stehenden Link einsehen, die markanten Neuregelungen sollen zudem an dieser Stelle hervorgehoben werden:

Nachstehende gesetzliche Schonzeiten und Mindestmaße gelten:

    

Fischart

Schonzeit

Mindestmaß

in cm

Höchstmaß

in cm

Aal

01.10.  bis  01.03.

50

 

Äsche

01.03.  bis  15.05.

30

 

Bachforelle

01.10.  bis  31.03.

25

60

Barbe

 

40

 

Hecht

01.02.  bis  15.04.

50

 

Karpfen (Wildform)

15.03.  bis  31.05.

45

 

Moderlieschen

01.05.  bis  30.06.

-

 

Nase

15.03.  bis  30.04.

25

 

Rotfeder

15.03.  bis  31.05.

20

 

Schleie

01.05.  bis  30.06.

25

 

Zander

 

50

 

Das Mindestmaß wird von der Spitze des Kopfes bis zum Ende der Schwanzflosse gemessen.

Fische, Rundmäuler, Krebse und Muscheln, die einem Fangverbot unterliegen sind, wenn sie lebend dem Wasser entnommen werden, unverzüglich und mit der gebotenen Sorgfalt in das Fanggewässer zurückzusetzen.

Muss mit ihrem Verenden gerechnet werden, sind sie zu töten und unverzüglich zu vergraben, sofern eine anderweitige Beseitigung nicht vorgeschrieben ist. Dies gilt auch dann, wenn sie tot angelandet werden.

Das Zurücksetzen eines Fisches, Rundmaules, Krebses oder einer Muschel nach dem Fang ohne vernünftigen Grund ist verboten. Gebietsfremde invasive Arten dürfen nicht zurückgesetzt werden.“

Es ist verboten, Fische, Krebse und Muscheln folgender Arten zu fangen oder zu entnehmen:

Fische: Atlantischer Lachs, Atlantischer Stör, Bitterling, Elritze, Flunder, Karausche, Koppe, Maifisch, Quappe, Schlammpeitzger, Schneider, Steinbeißer, Strömer, Zährte, Zwergstichling

Rundmäuler: Bachneunauge, Flussneunauge, Meerneunauge

Krebse: Edelkrebs, Steinkrebs

Muscheln: Gemeine Teichmuschel, Große Teichmuschel, Häubchenmuschel, Abgeplattete Teichmuschel, Bachmuschel, Malermuschel, Erbsenmuschel, alle heimischen Arten, Kugelmuschel, alle heimischen Arten

Ferner ist verboten:

Lebende Krebse oder lebende Wirbeltiere als Köder zu verwenden, Fischnährtiere dem Gewässer zu entnehmen und gefangene Fische zu verkaufen.

Bitte nehmen Sie diese ab sofort geltenden, gesetzlichen Bestimmungen zur Kenntnis und ändern diese ggf. in Ihren vorhandenen Fangbüchern.

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Sulfatbelastung

anbei eine Info des IGB Berlin.

Wenn ich an das ein oder andere Problemgewässer bei uns denke könnten durchaus Parallelen vorhanden sein.

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin

Die Sulfatbelastung der Spree – Ursachen, Wirkungen und aktuelle Erkenntnisse

Vermehrt strömt Sulfat über das Grundwasser und die Nebenflüsse in die Spree. Dieses Phänomen ist Gegenstand intensiver öffentlicher Debatten, in denen mitunter wissenschaftlich begründete Argumente fehlen. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat daher ein kostenloses und frei zugängliches Dossier erstellt, das die Ursachen, Wirkungen und aktuellen Erkenntnisse der Sulfatbelastung allgemeinverständlich für die Öffentlichkeit zusammenfasst. 

„Wie unsere eigenen IGB-Messdaten und auch die der Landesbehörden zeigen, liegen die Sulfatwerte in einigen Spreeabschnitten mittlerweile deutlich über dem Trinkwassergrenzwert von 250 Milligramm pro Liter“, erklärt IGB-Wissenschaftler Dr. Jörg Gelbrecht, Leiter der Abteilung Chemische Analytik und Biogeochemie und einer der Autoren des IGB Dossiers.

Die erhöhte Konzentration in der Spree hat auch Folgen für den Müggelsee, aus dem durch Uferfiltration Trinkwasser gewonnen wird – und dessen Sulfatkonzentrationen seit Sommer 2015 dauerhaft den Grenzwert überschreiten. Steigen die Werte noch weiter an, könnte das die Trinkwasseraufbereitung deutlich erschweren.

Auch Folgen für die Artenvielfalt in den Gewässern können nicht ausgeschlossen werden: „Erste Studien legen nahe, dass bereits Sulfatkonzentrationen von 200 Milligramm pro Liter die aquatischen Lebensgemeinschaften empfindlich stören können“, merkt Gelbrecht an. Auch sei bekannt, dass der Klimawandel und die damit verbundene Häufung extremer Wetterereignisse die Problematik verschärfen könnten.

Das IGB Dossier erklärt Ursachen und bisher bekannte Auswirkungen der steigenden Sulfatkonzentration, lenkt den Blick aber auch auf bisherige Wissenslücken: Nach wie vor gibt es Unsicherheiten bei der Modellierung und Prognose der Sulfatkonzentrationen. Welche langfristigen Folgen diese Steigerungen für Mensch und Umwelt haben und wie lange sie anhalten werden, ist noch nicht abschließend erforscht.

Dies gilt auch für geeignete Gegenmaßnahmen: „Viele der bisher getesteten Verfahren führen nur zu geringen oder kurzfristigen Effekten, ganzheitliche sowie wirtschaftlich vertretbare Konzepte fehlen bislang“, fasst Gelbrecht zusammen. Ein neuer Ansatz könnte sein, die Sulfatbelastung der Gewässerökosysteme durch künstliche Feuchtgebiete einzudämmen. Aktuell werden dazu am IGB Experimente im Labormaßstab vorbereitet.

Das IGB Dossier zur Sulfatbelastung der Spree ist als elektronisches Dokument verfügbar und kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden:

http://bit.ly/IGB_Dossier_Sulfat

„‘Forschen für die Zukunft unserer Gewässer‘ ist der Leitspruch des IGB. Deshalb möchten wir den gesellschaftlichen Akteuren und der Öffentlichkeit objektive wissenschaftliche Einschätzungen bereitstellen und so unter anderem über unsere IGB Dossiers sachliche Entscheidungshilfen liefern“, erklärt Institutsdirektor Prof. Dr. Klement Tockner anlässlich der Veröffentlichung.

Erstellt wurde das IGB Dossier im Nachgang des 5. Dialog am Müggelsee im November 2015, bei dem sich IGB-Wissenschaftler mit Akteuren aus Forschung, Politik, Behörden, Verwaltung, Umweltverbänden und Wirtschaft über Auswirkungen, mögliche Handlungsoptionen und den aktuellen Forschungsstand ausgetauscht haben. Die Veranstaltung bildete den thematischen Auftakt des vom IGB, der BTU Cottbus-Senftenberg sowie des GFZ Potsdam gegründeten Zentrums für Nachhaltige Landschaftsentwicklung. Das IGB dankt allen Kolleginnen und Kollegen, die sich bei der Zusammenstellung mit hilfreichen inhaltlichen Hinweisen eingebracht haben.

Bildmaterial finden Sie hier: https://idw-online.de/de/newsimage274650.jpg

Die Spree bei Cottbus: Während die sogenannte „Verockerung“ der Spree durch Eisenoxide gut sichtbar ist, entzieht sich die steigende Sulfatbelastung dem menschlichen Auge. Foto: IGB/Jörg Gelbrecht

Eine Weiterverbreitung des zusammenhängenden Gesamtdokumentes ist grundsätzlich gestattet. Sollten Sie aus dem Dokument im Rahmen anderer Publikationen zitieren, freuen wir uns über einen Hinweis.

Kontakt:

Dr. Jörg Gelbrecht

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Tel.: 030 64 181 730

E-Mail: gelbr@igb-berlin.de

Dr. Dominik Zak

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Tel. 030 64 181 730

E-Mail: zak@igb-berlin.de

Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer: Angelina Tittmann/Johannes Graupner

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Tel.: 030 64 181 -703/-631

E-Mail:ssi@igb-berlin.de  

Weitere Informationen zum IGB:

www.igb-berlin.de

Die Arbeiten des IGB verbinden Grundlagen- mit Vorsorgeforschung als Basis für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer. Das IGB untersucht dabei die Struktur und Funktion von aquatischen Ökosystemen unter naturnahen Bedingungen und unter der Wirkung multipler Stressoren.

Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Langzeitentwicklung von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten bei sich rasch ändernden globalen, regionalen und lokalen Umweltbedingungen, die Entwicklung gekoppelter ökologischer und sozioökonomischer Modelle, die Renaturierung von Ökosystemen und die Biodiversität aquatischer Lebensräume.

Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der Region Berlin/Brandenburg und weltweit. Das IGB gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft

Weitere Informationen:

http://bit.ly/IGB_Dossier_Sulfat - Download-Link zum IGB Dossier

http://www.igb-berlin.de/chemische_analytik_und_biogeochemie.html -  IGB-Abteilung Chemische Analytik und Biogeochemie

Mit besten Grüßen

Karl-Heinz Karisch

Pressereferent

Forschungsverbund Berlin e.V.

Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin

Tel.:  030-6392 3337

Mobil: 0171-17 10 549

Fax:   030-6392 3333

E-Mail: karisch@fv-berlin.de

www.fv-berlin.de

www.facebook.com/ForschungsverbundBerlin

www.facebook.com/karlheinz.karisch

 

 

 

      

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin

 

Fließgewässer effizienter renaturieren:

Neuer Ansatz verbindet systematische Planung mit lokalem Expertenwissen

 

Der Renaturierungsbedarf bei Fließgewässern ist groß: Verschiedene Maßnahmen sollen helfen, den Verlust der Artenvielfalt zu bremsen und wertvolle Funktionen für uns Menschen zu erhalten. Der gewünschte Erfolg nach Renaturierungen bleibt aber oftmals aus. Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben deshalb einen neuen Ansatz getestet, der Renaturierungen effizienter macht: Sie verknüpfen systematische Planung mit lokalem Expertenwissen. – Eine Pilotstudie an Spree und Havel ist vielversprechend. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“.

 

Fließgewässer gehören zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen der Welt. Die intensive Nutzung und die damit verbundenen Veränderungen wie Kanalisierung oder Wasserentnahme beeinträchtigen ihre Artenvielfalt und werden auch für den Menschen zum Problem: Die Trinkwassergewinnung, der Hochwasserschutz durch natürliche Auen oder der Nährstoffrückhalt werden zunehmend eingeschränkt. Durch Renaturierungen sollen Fließgewässer in einen besseren Zustand überführt werden – zum Wohl von Mensch und Natur.

 

Bessere Planung dank Priorisierung und Einbindung lokaler Experten

 

Die gewählten Maßnahmen sollen dabei nicht nur die Umweltziele erreichen, sondern auch möglichst  kosteneffizient sein. „Einer der Gründe für den oft ausbleibenden Erfolg  von Renaturierungsmaßnahmen  ist, dass sie meist ad hoc, das heißt zum Beispiel an Stellen, an denen gerade Ufergebiet verfügbar ist, umgesetzt werden“, erklärt Dr. Simone Langhans, die das Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) leitet. Um die Erfolgsquote von Renaturierungen zu erhöhen, helfe eine systematische Planung: Unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz und Biodiversitätszielen werden dabei geeignete Renaturierungsstellen und potenzielle Maßnahmen  priorisiert. Noch effizienter lassen sich Renaturierungen planen und umsetzen, wenn zudem lokale Experten eingebunden werden. Eine Pilotstudie an Spree und Havel zeigt: Werden systematische Planungen mit lokalem Expertenwissen kombiniert, wirkt sich das positiv auf den ökologischen Gewinn, die Kosteneffizienz sowie auf  die Praktikabilität eines solchen Vorhabens aus.

 

Neuer Ansatz an Spree und Havel getestet

 

Entlang der Spree und der Havel identifizierten die Forscher gemeinsam mit lokalen Fischökologen Flussstellen, an denen die Wiederherstellung von Laichplätzen für typische Flussfischarten sinnvoll wäre. Anschließend schätzten sie für jede Stelle die individuellen Maßnahmenkosten ab. Beide Informationen flossen dann in Berechnungen mit der Software Marxan ein. „Die Software wählt mit einem mathematischen Algorithmus jene Flussstellen aus, in denen die ökologischen Ziele mit dem geringsten finanziellen Aufwand erreicht werden können“, erklärt Langhans. Als ökologische Zielgröße nutzten die Forscher dabei die Jungfischpopulationen von elf wichtigen Flussarten, darunter auch Wanderfische wie Stör, Lachs, Meerforelle, Fluss- und Meerneunauge.

 

Neue Methode auch auf andere Fließgewässer übertragbar

 

„Es ist uns wichtig, möglichst anwendungsorientiert zu arbeiten. Unsere Ergebnisse sollen den örtlichen Entscheidungsträgern konkret weiterhelfen“, betont Langhans. Mit der entwickelten Methode könnten Renaturierungen von Laichplätzen auch in anderen Fließgewässern optimal geplant werden, ist sie sich sicher. Die Methode soll nun so weiterentwickelt werden, dass auch  zusätzliche ökologische Kenngrößen wie zum Beispiel das Vorkommen aquatischer oder terrestrischer Wirbeltiere bei der systematischen Planung berücksichtigt werden können.

 

Die Studie wurden im Rahmen des  durch die Alexander von Humboldt-Stiftung finanzierten Projekts “Money for rivers: a new framework to optimize rehabilitation funds” durchgeführt.

 

Vertonte Flussrenaturierung:

Gemeinsam mit der Schweizer Band „Knuts Koffer“ vertonte Simone Langhans ihre Arbeit an Havel und Spree. Das Musikvideo ist online verfügbar: http://bit.ly/Musikclip-Flussfisch

 

Publikation:

Langhans SD, Gessner J, Hermoso V, Wolter C (2016) Coupling expert judgement and systematic planning enhances the efficiency of river restoration, Science of the Total Environment 560-561: 266-273.

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969716306696

 

Bildmaterial finden Sie hier:  https://idw-online.de/de/news650094

Die Havel: Inseln und Mäander bieten hier Raum für Revitalisierungsmaßnahmen. Foto: Christian Wolter/IGB

Das Unterwasser des Wehres in Bahnitz (Havel) wäre eine optimale Stelle, um großflächig Kiesbänke zu gestalten. Foto: Christian Wolter/IGB

 

Ansprechpartner:

Dr. Simone D. Langhans

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail: langhans@igb-berlin.de

Tel.: + 49(0)30 64181 943

 

Dr. Jörn Geßner

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail: sturgeon@igb-berlin.de

Tel.: + 49(0)30 64181 626

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Angelina Tittmann/Nadja Neumann

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail: pr@igb-berlin.de

Tel.: +49 (0) 30 64181 -631/-975

Fische werden vorsichtiger, nicht weniger

Ein aufwendiges Forschungsprojekt mit Angelködern vor Unterwasserkameras stellt eine weit verbreitete wissenschaftliche Annahme infrage.

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Fische sind vorsichtiger wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit. (Bild: Keystone/AP/Rebecca Blackwell)

Rückläufige Fischfänge in stark befischten Fanggründen müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass dort auch tatsächlich die Fischbestände schrumpfen. Zu diesem Schluss kommt ein von der EU gefördertes deutsch-spanisches Forschungsprojekt unter Federführung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Berliner Humboldt-Universität.

Vielmehr kann es auch sein, dass sich über die Generationen diejenigen Tiere verstärkt vermehren, die einen grösseren Hang zur Vorsicht in den Genen tragen. «Die von uns gesammelten Daten lassen vermuten, dass in intensiv befischten Gebieten die Fangraten einiger Fische stark zurückgehen können, ohne dass die Fischbestände proportional sinken», sagte der Erstautor der Studie, Josep Alós.

Abwasserpilz in der Lempe: Angler-Verein schlägt Alarm

Eine große Gefahr durch den Abwasserpilz sieht Werner Veitz, Vorsitzender des Angler-Vereins Hofgeismar, für die Fische in der Lempe. Auf unserem Foto zeigt er einen Teil des Pilzes. Fotos: Ziemann

Hofgeismar. Im wenige Zentimeter tiefen Wasser ist der Grund des kleinen Flusses Lempe in Hofgeismar gut zu erkennen. Doch an einer Stelle ändert sich das Bild:

Unter der Wasseroberfläche sind weiße Flocken zu sehen, die sich auch in Schlieren über eine lange Strecke ziehen.

„Das ist ein gefährlicher Abwasserpilz“, sagt Werner Veitz, Vorsitzender des Angler-Vereins Hofgeismar und holt mit einem Ast einen schleimigen Bestandteil des Pilzes aus der Lempe. „Und dieses Zeug ist hier überall im Wasser“, so Veitz. Die Lempe sei normalerweise optimales Laichgebiet für Edelfische. Der Schleim des Pilzes verklebe aber nun die Kiemen der Fische. „Die Tiere können ersticken.“

Woher der Pilz kommt, ist auf den ersten Blick erkennbar: Drei orangefarbene Rohre mit jeweils etwa 15 Zentimetern Durchmesser ragen in die Lempe hinein, genau ab dieser Stelle beginnen die weißen Schlieren und Flocken im Wasser. Die Rohre kommen vom Grundstück des Landwirtes Möcklinghoff, der eine Biogasanlage betreibt. Veitz ist sich sicher, dass „hochkonzentrierte Nährstoffe, die zur Biogasgewinnung gebraucht werden, aus den Rohren fließen und den Pilz verursachen. Das gefährdet die Jungfischaufzucht massiv.“

Diese war laut Angler-Verein gerade auf einem guten Weg. „Die Bachforelle zum Beispiel vermehrt sich wieder von selbst, es müssen keine zusätzlichen Fische in die Lempe gesetzt werden.“ Doch nun verhindere der Pilz, dass ältere Fische Laich absetzen. „Deshalb wird es im Frühjahr weniger Jungfische geben.“

Weißer Pilz: Ab dem Punkt der Rohre kann man den Abwasserpilz gut erkennen. An anderen Stellen ist das Wasser dagegen klar.

Das Regierungspräsidium (RP) als obere Wasserbehörde weiß von dem Pilz in der Lempe. „Dem Landwirt war die Veränderung im Wasser schon Mitte Dezember aufgefallen“, erklärt Sprecher Michael Conrad. Die Ursache war dann auch schnell gefunden: „Die Rohre dienen eigentlich zur Niederschlagsentwässerung. Doch zum Niederschlagswasser ist Wasser hinzugelaufen, das sich mit Mist vom Hof vermischt hatte. Der Landwirt hatte deshalb sofort einen Ablauf abgedichtet.“ Dieser musste nun aber dauerhaft verschlossen, die verunreinigte Leitung gespült und die Fläche, auf der der Mist gelagert wurde, geräumt werden.

Laut Familie Möcklinghoff ist das auch bereits passiert: „Die vom Regierungspräsidium auferlegten Aufgaben zur Beseitigung der Wasserverunreinigung haben wir alle bereits umgesetzt“, sagt Heidrun Möcklinghoff. „Es wird aber noch etwas dauern, bis der Pilz verschwunden ist.“

Vor drei Jahren hatte sich schonmal ein Pilz in der Lempe gebildet. Damals ging die Ursache offenbar direkt von der Biogasanlage des Landwirtes aus.

Das sagt Ralf Desel: 

„Die Verunreinigung der Lempe war ein Unfall“, sagt Ralf Desel vom Regionalbauernverband Kurhessen in Hofgeismar. „Wichtig ist, dass sofort gehandelt und die Ursache der Verunreinigung in Absprache mit dem Regierungspräsidium abgestellt wurde.“ Der Schaden im Fluss sei um diese Jahreszeit nicht so gravierend und eher unkritisch für die Fische. „Natürlich ist eine Verunreinigung von Wasser weder im Sommer noch im Winter akzeptabel. „Klar ist aber auch, dass der Schaden von dem Landwirt nicht beabsichtigt war.“

Das sagt Reiner Hennings: 

„Der Abwasserpilz selbst ist nicht giftig. Er zeigt aber, dass das Gewässer massiv geschädigt ist“, sagt Rainer Hennings, Referent für Naturschutz beim Verband Hessischer Fischer. „Das vom Pilz überwucherte Gebiet kann man als Laichplatz und Ökosystem komplett abschreiben.“ Das Einlaufen von Abwasser in die Lempe müsse sofort abgestellt und die Ursache behoben werden. „Sowas ist ein Skandal.“ Im konkreten Fall müsse der Misthaufen durch eine eigene Entwässerung in die Güllegrube ordentlich abgesichert werden.

 

Scheue Fische lassen sich schlechter zählen

In befischten Gebieten führen Verhaltensänderungen zu ungenauen Fangzahlen

Genauer nachgezählt: Fische in stark befischten Gebieten gehen seltener an den Haken und verzerren damit die Fangzahlen. In ungestörten Schutzgebieten voller unvorsichtiger Fische lassen sich daher doppelt so viele Tiere fangen wie in den für Angler freigegebenen Küstenabschnitten – obwohl die Bestände überall gleich groß sind, wie eine Studie vor Mallorca nun zeigt. Fangzahlen sind als Erhebungsmethode für Fischbestände zu ungenau und müssen überdacht werden, fordern die Forscher.

Wie stark die Ozeane der Welt überfischt sind, schätzen Wissenschaftler oft anhand von Fangdaten ab. Die Annahme dabei ist: Je weniger Fische einer Art die Fischer in einer gewissen Zeitspanne fangen, desto kleiner ist der Bestand dieser Art in dem jeweiligen Gebiet. Damit die Fischbestände nicht zu stark sinken, gibt es an den Küsten der Insel Mallorca mehrere Meeresschutzgebiete. Der in dem Urlaubsparadies beliebte Angelsport ist an diesen Küstenabschnitten nur eingeschränkt möglich. Und tatsächlich: Fängt man in den Schutzgebieten Fische, um den Bestand zu überprüfen, so fallen die Zahlen höher aus als an den stark befischten anderen Küsten.

Aggressive Jäger, vorsichtige Sammler


Wissenschaftler um Josep Alós vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin haben nun überprüft, wie gut diese Fangzahlen tatsächlich die Menge der vor Ort lebenden Fische widerspiegeln. Dazu untersuchten sie mit Videoaufnahmen, wie Fische in 54 verschiedenen Küstenregionen auf mit Ködern bestückte Angelhaken reagieren. Gleichzeitig zählten sie auch die Fische, um unabhängig von deren Fangdaten die Häufigkeit zu ermitteln.

Die Forscher konzentrierten sich dabei auf zwei Fischarten: Die Ringelbrasse lebt vor allem von sesshaften Algen und Muscheln. Sie geht bei der Nahrungssuche eher vorsichtig vor – da sie eher sammelt als jagt, kann sie sich Zeit lassen. Der Schriftbarsch kann sich diese Ruhe nicht leisten: Er ist ein fleischfressender Jäger – wartet er zu lange, so schwimmen ihm die als Beute bevorzugten kleinen Fische und Krebse einfach davon.

Scheue Fische sind schwerer zu fangen


Beide Fischarten sind etwa gleich groß und bevölkern denselben Lebensraum. Der Schriftbarsch verhält sich jedoch viel aggressiver als die Ringelbrasse. Allerdings gibt es auch innerhalb der Art unterschiedliche Charaktere von Fischen: Manche gehen besonders schnell und aggressiv vor, andere verhalten sich scheuer. Und jeder Angler weiß: Scheue Fische sind schwerer zu fangen.

Eine ausnahmsweise unvorsichtige Ringelbrasse, die den Forschern an den Haken ging.

Beim Schriftbarsch zeigte sich ein ausgeprägter Zusammenhang zwischen dem Verhalten gegenüber dem Köder und der Intensität, mit der eine Küstenregion befischt wird: Während die Barsche in Meeresschutzgebieten aggressiv die Köder attackierten, taten sie das in den befischten Gebieten kaum mehr. Dort gingen sie eher mit Bedacht vor. Die Ringelbrasse dagegen verhielt sich überall gleichermaßen scheu und war dementsprechend schlecht zu fangen.

Fangraten zeigen Fischbestände nur ungenau an


Das scheuere Verhalten der Schriftbarsche in den befischten Gebieten hat einen entscheidenden Effekt: Die Fangrate der Barsche ist dort nur etwa halb so groß wie in den Meeresschutzgebieten. Das liegt allerdings nicht daran, dass es dort weniger Fische gibt – unter Wasser tummeln sich in allen Gebieten ähnlich viele Fische. Die Tiere in den befischten Arealen schlagen dem angebotenen Haken schlicht häufiger ein Schnippchen.

Diese Ergebnisse widersprechen somit früheren Studien, die anhand der Fangdaten von einem deutlich höheren Bestand in den Schutzgebieten ausgingen. Die Fangraten waren dort aber nur deswegen höher, weil die Schriftbarsche weniger scheu sind, nicht weil sie in Schutzgebieten häufiger vorkommen.

"Unfangbarkeit" steigt durch Selektion


Die Forscher haben zwei mögliche Erklärungen für diesen Effekt: Die erste ist, dass die aggressivsten Fleischfresser unter den Schriftbarschen in den befischten Regionen zuerst weggefangen und damit ausselektiert werden. Es überleben und vermehren sich vor allem die Exemplare, die mehr Gene für Vorsichtigkeit in sich tragen. Damit steigt die "Unfangbarkeit" der Barsche in der Region innerhalb weniger Generationen an.

Die zweite Erklärung ist, dass die Fische mit der Zeit lernen, wie gefährlich ein Haken mit Köder für sie ist. Dadurch würden alle Fische eines Gebietes mit vielen Anglern mit der Zeit scheuer. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass in diesem Fall auch die Ringelbrasse ihr Verhalten merklich geändert hätte. Da die Brassen aber offenbar von der Befischung vollständig unbeeindruckt bleiben, halten die Wissenschaftler die erste Möglichkeit, die Selektion zugunsten der scheueren Fische, für den wichtigeren Faktor.

Mehr Fische in überfischten Gebieten als gedacht?


Das Studienergebnis hat möglicherweise weitreichende Folgen: Es deutet daraufhin, dass Fangzahlen nur ein unzureichendes Maß für die tatsächlichen Fischbestände sind. "Die Ergebnisse lassen vermuten, dass in stark befischten Gebieten die Fangraten einiger Fische stark zurückgehen können, ohne dass die Fischbestände proportional sinken", kommentiert der Erstautor Alós.

Dies macht einerseits Hoffnung: "Vielleicht beherbergen befischte Gebiete mehr Fische als wir manchmal glauben", so Studienleiter Robert Arlinghaus von der Humboldt-Universität zu Berlin. Allerdings müssten auch die Erhebungsmethoden überprüft und das rasch angepasste Verhalten der Fische mit einbezogen werden.

Biogasanlagensicherung

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PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin

Fischereiliche Evolution lässt Fische schrumpfen

Beim Angeln und Fischen geht es wie so oft darum: Wer zieht den größten Fisch an Land? Die größenselektive Fischerei ist weltweit verbreitet und bevorzugt das Überleben von kleinen, scheuen Fischen. Durch die sogenannte fischereiliche Evolution passen sich die Bestände genetisch, morphologisch und verhaltensseitig an den Fischereidruck an. In die Röhre gucken Fischer und Angler, die nicht nur immer kleinere Fische erbeuten, sondern diese auch immer schwerer an den Haken bzw. ins Netz bekommen. Darauf weist eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Humboldt-Universität zu Berlin im Fachmagazin Evolutionary Applications (Jahrgang 8, S. 597-620) hin.

Große Fische erzielen am Markt höhere Preise und sind Garant für zufriedene Angler. Doch die großen Fische sind bedroht: Fast alle Fischbestände weltweit werden mit Mindestmaßen bewirtschaftet. Auch wirken Netze und Langleinen in der Regel größenselektiv. Die Folge: Große Fische landen bevorzugt im Kescher oder auf Deck, während die kleinen, noch unreifen bzw. erstmalig geschlechtsreif werdenden Tiere geschont werden. Scharfe Befischung führt zur starken Verjüngung der Bestände, die Durchschnittsgröße der Fische in Fang und Bestand geht zurück. Das ist zunächst ein demografischer Effekt, der bereits innerhalb einer Fischereisaison spürbar wird und nichts mit Evolution zu tun hat. Wenn der Fischereidruck aber über mehrere Fischgenerationen anhaltend hoch ist, kann Fischerei auch zu genetischen (d. h. evolutionären) Veränderungen führen, weil die die Fischerei überlebenden Tiere bestimmte Erbanlagen in sich tragen, die ihnen trotz intensiver Befischung das Überleben und die Vermehrung garantieren. Beispielsweise sollten die Individuen bevorteilt werden, die möglichst lange möglichst klein bleiben.

Allerdings ist das Wachstum von Fischen in der Natur sehr variabel und abhängig von Futterverfügbarkeit, Temperatur und vielen anderen natürlichen Faktoren. Das macht es so schwierig, auf Basis von Freilandstudien im Meer oder in Seen zweifelsfrei zwischen rein demografisch-ökologischen und evolutionären Ursachen für Köpergrößenveränderungen in befischten Beständen zu unterscheiden. Entsprechend kontrovers wird die Hypothese zur fischereilichen Evolution seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts in Fachkreisen debattiert.

In einem einmaligen fast zehn Jahre andauernden Selektionsexperiment an Zebrafischen haben die Fischereiwissenschaftler Dr. Silva Uusi-Heikkilä und Prof. Dr. Robert Arlinghaus zusammen mit einem Team von internationalen und nationalen Kooperationspartnern nun klare Belege für die sogenannten fischereiliche Evolution vorgelegt. Größenselektiv befischte Bestände büßten in nur fünf Generationen 7% ihrer Maximalgröße ein. Das ganze hatte auch Auswirkungen auf die Gesamtanzahl abgegebener Eier, die bei den befischten Populationen geringer war als bei den unselektiv befischten Beständen. Auch die Eiqualität litt, die bei den größenselektiv befischten Populationen geringer war als bei den Vergleichsbeständen.

Die Forscherinnen und Forscher wiesen überdies nach, dass in den befischten Populationen Veränderungen in den Erbanlagen stattgefunden hatten – ein zweifelsfreier Beleg für die fischereiliche Evolution. „Dass diese Effekte bereits nach fünf Generationen eintraten, zeigt wie schnell sich scharfe Befischung in den Genen niederschlagen kann“, erläutert die Erstautorin der Studie Silva Uusi-Heikkilä, die jetzt als PostDoc an der University in Turku in Finnland arbeitet. „Weil die meisten kommerziell befischten Populationen längere Generationszeiten haben als Zebrafische, sollten sich Effekte fischereilicher Evolution innerhalb von 100 Jahren in der Natur nachweisen lassen“, ergänzt der Studienleiter Prof. Dr. Robert Arlinghaus. „Natürlich lassen sich die Zebrafischstudien unter Laborbedingungen nicht 1:1 auf die Bedingungen im Freiland übertragen. Der Wert unserer Studie liegt in dem Nachweis von Ursache – Fischerei – und Wirkung – genetische Veränderung. Diese Belegführung ist im Freiland nicht möglich. Unsere Ergebnisse zeigen, dass Fischerei rasche Evolution auslösen und einen genetischen Niederschlag finden kann“, konstatiert Arlinghaus.

Die Forscherinnen und Forscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Humboldt-Universität zu Berlin fanden überdies heraus, dass die sich an den Fischereidruck anpassenden Zebrafische nicht nur kleiner, sondern in ihrem Verhalten auch scheuer waren. Für die genetisch angepassten Fische ist die Evolution übrigens überlebensnotwendig und daher positiv zu bewerten. Computermodelle zeigten, dass die angepassten Zebrafischpopulationen unter befischten Bedingungen eine um 20% erhöhte Populationswachstumsrate aufwiesen als die nicht angepassten Vergleichstiere. „Fischereiliche Evolution, die sich über Körpermerkmale hinaus auch in den Genen niederschlägt, ist also entgegen anderslautenden Behauptungen nicht unbedingt kontraproduktiv für die Populationen. Allerdings dürften Fischer und Angler in die Röhre gucken, weil die gefangenen Tiere nicht mehr ihre maximale Länge erreichen und überdies immer schlechter zu fangen sind“, erläutert Arlinghaus.

Arlinghaus fasst die Kernbotschaft zusammen: „Die Art und Weise der Befischung von Süß- und Salzwasserfischen ist vergleichbar einer Zucht durch Auslese, allerdings mit unbeabsichtigten Züchtungsergebnissen“. Es müsse bedacht werden, dass Fischerei-induzierte genetische Veränderungen nur sehr langsam umkehrbar sind.

Im Kern geht es also nicht nur um ein interessantes wissenschaftliches Phänomen, sondern um etwas, das für die globale Fischwirtschaft von Relevanz ist. Das zeigt auch ein populationsdynamisches Modell an den Zebrafischen: Nach einem simulierten Fangmoratorium erholte sich der evolvierte Fischbestand deutlich langsamer als die unselektierten Vergleichspopulationen. „Die an die Fischerei angepassten Tiere haben Probleme, mit natürlichen Umweltbedingungen umzugehen, in der der menschliche Einfluss durch den Fangstopp eliminiert wird“, bemerkt Silva Uusi-Heikkilä.

„Darüber hinaus entziehen sich durch die Evolution die Fische immer besser dem Zugriff durch den Menschen. Dadurch reduziert sich auch die Möglichkeit, auf Basis von Fangmengen und anderen Fangdaten Fangmengen etwas über die Fischmenge in den Ozeanen und Seen auszusagen“, ergänzt Robert Arlinghaus.

Was ist zu tun? Die Autoren schlagen vor, das Management der Fischbestände in den Weltmeeren und andernorts auf einem evolutionsbiologischen Ansatz aufzubauen, sofern sich die in dem Experiment nachgewiesenen Effekte auch in der Natur zeigen. Diesen Beleg muss weiterführende Forschung erst vorlegen. Die entsprechenden Techniken werden derzeit vorsorglich in mehreren Gruppen weltweit erforscht. Arlinghaus: „Es würde zunächst einmal helfen, besonders empfindliche Bestände zu identifizieren." In der Folge sei es wichtig festzustellen, welche Veränderungen genau der Fischereidruck hervorrufe und welchen Einfluss das auf den Wert der Fischbestände für die Fischereiwirtschaft und die hobbymäßige Angelfischerei hat. „Eine Möglichkeit ist, den Fischereidruck insgesamt zu reduzieren und weniger selektiv wirken zu lassen. Man könnte sowohl die kleinen wie auch die sehr großen Tiere von der Fischerei ausnehmen, z. B. durch Entnahmefenster“, so das Fazit von Arlinghaus. Weiterführende Modelle haben nämlich inzwischen gezeigt, dass durch Entnahmefenster im Unterschied zu Mindestmaßen Schnell- statt Kleinwüchsigkeit gefördert wird. Und darüber freuen sich mit Sicherheit die Angler und Fischer.

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Paarung für die Wissenschaft: Zebrafische am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.

Foto: IGB/Eva-Maria Cyrus

Quelle

Uusi-Heikkilä, S., Whiteley, A.R., Kuparinen, A., Matsumura, S., Venturelli, P.A., Wolter, C., Slate, J., Primmer, C.R., Meinelt, T., Killen, S.S., Bierbach, D., Polverino, G., Ludwig, A., Arlinghaus, R. (2015). The evolutionary legacy of size-selective harvesting extends from genes to populations. Evolutionary Applications, 8: 597-620. (download unter http://besatz-fisch.de/images/stories/Papers/Papers_2015/uusi-heikkilae_evol_appl_2015.pdf).

Kontakt

Wissenschaftler:

Prof. Dr. Robert Arlinghaus

arlinghaus@igb-berlin.de

Pressestelle IGB:

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nadja.neumann@igb-berlin.de

030/64181975

0170/4549039

Weitere Informationen

www.igb-berlin.de/mitarbeitende-igb.html?show=211

www.besatz-fisch.de

Weitere Informationen zum IGB

www.igb-berlin.de

Die Arbeiten des IGB verbinden Grundlagen- mit Vorsorgeforschung als Basis für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer. Das IGB untersucht dabei die Struktur und Funktion von aquatischen Ökosystemen unter naturnahen Bedingungen und unter der Wirkung multipler Stressoren. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Langzeitentwicklung von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten bei sich rasch ändernden globalen, regionalen und lokalen Umweltbedingungen, die Entwicklung gekoppelter ökologischer und sozioökonomischer Modelle, die Renaturierung von Ökosystemen und die Biodiversität aquatischer Lebensräume. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit den Universitäten und Forschungsinstitutionen der Region Berlin/Brandenburg und weltweit. Das IGB gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V., einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft.

Position des LSFV Niedersachsen zum Entnahmefenster

Ein Entnahmefenster stellt ein optionales Hegeinstrument zum Schutz der natürlichen Altersstruktur und zur Erhöhung oder Stabilisierung des Jungfischvorkommens (Laicherfolg) einer Fischpopulation dar. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaß für eine Fischart wird bei einer Entnahmefensterregelung zudem ein Höchstmaß festgesetzt. Im Größenbereich zwischen dem Mindestmaß und dem Höchstmaß können die gefangenen Fische entnommen werden. Zu kleine, noch nicht geschlechtsreife Fische werden ebenso zurückgesetzt wie besonders große und für den Bestandserhalt besonders wertvolle Individuen einer Fischpopulation.
 
Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien aus aller Welt belegen die enorme ökologische Bedeutung der großen Fische für die natürliche Fortpflanzung, die Robustheit der Fischbestände gegenüber Umweltveränderungen sowie die Funktionalität der gesamten Ökosysteme.
 
Der LSFV Niedersachsen im DAFV hat sich intensiv mit dem Entnahmefenster auseinandergesetzt und zudem Stellungnahmen von Fachbehörden, zuständigem Ministerium, Wissenschaftlern und Juristen in seine Position einfließen lassen.
 
Die „Position des Landessportfischerverbandes Niedersachsen e.V. zur anglerischen Hege und Pflege von Fischbeständen“ finden Sie mit einem KLICK HIER.
 
Zum Thema „Mehr Schutz für die großen Laichfische“ (KLICK HIER) berichtete DAFV-Vizepräsident Dr. Thomas Meinelt über eine jüngst erschienene Publikation eines internationalen Forscherteams unter Federführung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus von der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Journal "Fish and Fisheries".

Mehr Schutz für die großen Laichfische

In einer Pressemitteilung, über DPA verbreitet, wird abermals dargelegt, dass für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Fischbeständen gerade die Schonung speziell der älteren und größeren Fische notwendig ist. Traditionelle Maßnahmen gegen Überfischung wie Mindestmaße schonen bislang vor allem kleine Fische. Geringere Erträge sowie kleine Fische in Fang und Bestand sind die unbeabsichtigten Folgen der Mindestmaßregelung und der permanenten Entnahme der Kapitalen. Aber, große Fische haben eine ökologisch und ökonomisch überragende Funktion! Widerstandsfähigere Bestände und eine verbesserte Fangausbeute sind jedoch langfristig nur durch das Zurücksetzen der Kapitalen durch die Berufsfischer und Angler sicher zu stellen. Wissenschaftler aus Deutschland, den USA und Australien rütteln damit an einem Grundsatz des traditionellen Fischereimanagements. Demnach werden kleine Fische geschont, um ihnen mindestens einmal das Laichen zu ermöglichen. Ein internationales Forscherteam unter Federführung von Herrn Prof. Dr. Robert Arlinghaus von der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) publizierten ihre Ergebnisse vor kurzem im Journal "Fish and Fisheries". „Die klassische Meinung ist überholt, wonach die Erträge dann besonders hoch ausfallen, wenn der Fischbestand vorwiegend aus schnell wachsenden Jungtieren besteht“ so Herr Prof. Arlinghaus. Die alten Berechnungsmethoden lassen die Fortpflanzungsfähigkeiten unterschiedlich großer und alter Fische außer Acht und berücksichtigten ausschließlich Wachstum und Sterblichkeit von Fischbeständen. Dahingegen wird die Reproduktion in diesen Modellen als unbegrenzt oder nicht prognostizierbar angesehen. Den besonders fruchtbaren, großen Muttertieren kommt eine fundamentale Rolle für die Bestandserneuerung zu, denn je höher die insgesamt abgegebene Eimenge, desto höher ist auch die Jungtieranzahl. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Anzahl der Elterntiere durch Überfischung gering ist. Nicht nur die Eimenge sondern auch die Eiqualität und damit die Überlebensfähigkeit der Nachkommen von großen Weibchen sind besser als bei den Kleinen. Kleine Weibchen besitzen eine vergleichsweise geringe Fortpflanzungsleistung. Als Alternative zum Mindestmaß schlagen die Wissenschaftler deshalb sogenannte Entnahmefenster vor. Bei diesem Verfahren werden neben den Nachwuchslaichern auch die „erfahrenen Altlaicher“ durch Zurücksetzung geschont. Dieses gilt nicht nur für Hechte, sondern auch für Fischarten wie Forelle, Lachs, Barsch, Äsche und Zander. Die vorgestellten Ergebnisse dieser internationalen Studie könnten die Entnahmebestimmungen, zumindest außerhalb von Deutschland, revolutionieren. 

 
Dr. Thomas Meinelt
Vizepräsident für Forschung und Wissenschaft/Natur- und Umweltschutz des Deutschen Angelfischerverbandes e.V.

Verband Hessischer Fischer für Abschaffung des EEG

In seiner Pressemitteilung stellt der DAFV-Verband Hessischer Fischer als anerkannte Naturschutzvereinigung fest, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Strom in Deutschland fast unbezahlbar gemacht habe. Das EEG habe als zentrales Instrument der Klima- und Energiepolitik versagt und fördere weder den Klimaschutz noch Innovationen. Besonders erschwerend sei, dass an keinem Ort in Deutschland tagtäglich mehr Tiere tierschutzwidrig und bestialisch gequält, getötet und langfristig ausgerottet werden als an den Rechen vor oder in den Turbinen der Wasserkraftanlagen.

Pressemitteilung

Heftiger Artenschwund in Europas Gewässern

In europäischen Seen und Flüssen schwindet die Artenvielfalt: Viele Fische, Muscheln und Schnecken sind gefährdet. Umweltverschmutzung, Überfischung und eingeschleppte Arten bringen sie an den Rand des Aussterbens. Doch auch an Land ist die Lage bedrohlich.

Rote Liste: Naturschützer präsentieren Europa-Inventur 
Jorg Freyhof

Brüssel - Die EU-Kommission meldet "alarmierende Verlustzahlen" für Tier- und Pflanzenarten in Europa. Besonders schlecht steht es demnach um die Süßwasserfische sowie Schnecken, Muscheln und andere Weichtiere. Die Zahlen zeigten, "dass die europäischen Süßwasserökosysteme in der Tat ernsthaft bedroht sind und dringend Erhaltungsmaßnahmen erforderlich sind", warnte Annabelle Cuttelod von der Weltnaturschutzunion (IUCN), die jährlich die Rote Liste der gefährdeten Arten veröffentlicht. Für die europäische Ausgabe wurde den Angaben zufolge mit rund 6000 Arten ein "erheblicher Teil" der in Europa heimischen Fauna und Flora untersucht.

 

Ostsee-Stör: Seine Situation ist besonders düster. Sieben der acht europäischen...
Ostsee-Stör: Seine Situation ist besonders düster. Sieben der acht europäischen Arten gelten als "stark gefährdet".

Verschmutztes Wasser, Überfischung und das Einschleppen fremder Arten sind laut IUCN für den Rückgang der im Wasser lebenden Arten verantwortlich. In der Roten Liste sind 37 Prozent der Süßwasserfische als "gefährdet", "stark gefährdet" oder "vom Aussterben bedroht" eingestuft. Bei den in Flüssen und Seen lebenden Weichtieren sind es sogar 44 Prozent. Besonders stark betroffen ist beispielsweise der Stör: Sieben der acht europäischen Arten sind demnach "stark gefährdet".

Des Weiteren gelten 23 Prozent der Amphibien und 19 Prozent der Reptilien als gefährdet. Jede fünfte an Land lebende Weichtierart ist den Daten zufolge bedroht, ebenso 15 Prozent der Säugetierarten und 13 Prozent der Vögel. Rund 26 Prozent der Gefäßpflanzen - das sind alle Pflanzen außer den Moosen - werden auf der aktuellen Roten Liste ebenfalls als bedroht eingestuft.

 

Flussmuschel: 44 Prozent der im Süßwasser lebenden Weichtierarten sind laut...
Vincent Prie Caracol

Flussmuschel: 44 Prozent der im Süßwasser lebenden Weichtierarten sind laut IUCN bedroht. Zu den Gründen zählen demnach Umweltverschmutzung, eingeschleppte Arten und Überfischung.

Erfolge für den Artenschutz

Dank Schutzprogrammen gebe es aber auch einige positive Entwicklungen, berichtet die Organisation. So gilt Centranthus trinervis, eine auf Korsika beheimatete Spornblumenart, nicht mehr als "stark gefährdet", sondern nur noch als "gefährdet". Auf der portugiesischen Insel Madeira erholte sich der Bestand an Land lebender Schnecken, seit die Zahl von Ziegen und Ratten schärfer kontrolliert wird. "Das sind ermutigende Fälle, die die positive Wirkung von Schutzprogrammen demonstrieren", sagte Jean-Christophe Vié, Vizechef der IUCN.

Erst kürzlich hatte die Naturschutzorganisation eine aktualisierte Fassung der weltweiten Roten Liste präsentiert, die rund 61.900 Arten umfasst. In ihr sind 5689 als "stark gefährdet" eingestuft, als "gefährdet" gelten 10.002.

wbr/dpa/AFP

Empfinden Fische Schmerzen?

Können Fische wirklich Schmerz empfinden!?

 

Diese bislang extrem kontrovers diskutierte und nicht beantwortete Fragestellung analysieren James D. Rose, Robert Arlinghaus und andere auf 37 Seiten in der Zeitschrift Fish and Fisheries. Viele verschiedene Methoden, die in den Literaturquellen aufgezeigt wurden, um Schmerz bei Fischen zu „definieren“, werden kritisch unter die Lupe genommen und oft als „missionsorientiert“ entlarvt. Viele Literaturangaben, welche sich mit dem Wohlbefinden von aquatischen Organismen beschäftigen, sind von folgenden Verzerrungen geprägt: 1. Negierung negativer Ergebnisse, 2. Glaubensbasierte Forschung oder Interpretation, 3. Aufstellung von Hypothesen nach Ergebniserzielung und Ausdehnung der wissenschaftlichen Grenzen. Ich möchte versuchen, hier auszugsweise die wichtigsten Aussagen der Arbeit zusammenzufassen. Dem Interessierten sei wie immer der Originalartikel empfohlen.

 
Die Natur der Schmerzen beim Menschen und die Folgen für die Schmerzforschung an Tieren
 
Schmerz ist eine ganz private Erfahrung! Er kann nicht direkt beobachtet, verifiziert oder gemessen werden, wie z. B. der Sauerstoffgehalt des Wassers. Die Internationale Gesellschaft zur Schmerzforschung (IASP) definiert Schmerz als 1. unangenehme sensorische oder emotionale Erfahrung im Zusammenhang mit reellen oder potenziellen Gewebeschädigungen, 2. subjektive Erfahrung, 3. manchmal auch in Abwesenheit wirklicher Schädigungen. Für das Empfinden von Schmerz bedarf es keines externen Stimulus. Einer der kritischsten Aspekte in der Schmerzdiskussion ist die Unterscheidung von Nozizeption (Weiterleitung von Reizen aus schädlichen Ereignissen an Hirnstrukturen) und Schmerz(-wahrnehmung). Wall betont 1999: „Aktivitäten, die in Nozizeptoren oder nozizeptive Reizleitungen induziert werden, sind keine Schmerzen! Schmerz ist ein psychologischer Status!“ Aus diesem Grunde sind sensorische Rezeptoren auch keine Schmerzrezeptoren und Reizleitungen auch keine „Schmerzleitungen“! Gewebsschädigungen reizen Nozizeptoren. Diese Reize werden durch periphere Nerven und multiple Synapsen via Rückenmark an den cerebralen Cortex (Großhirnrinde) geleitet. Diese höher entwickelten Hirnregionen, die notwendig sind, um bewusst Schmerz zu empfinden, sind nur bei höheren Säugetieren zu finden (Rose 2002). Die Begriffe Nozizeption und Schmerz haben nicht dieselbe Bedeutung. Reaktionen, die sich im Hirnstamm als Reaktion auf eine Nozizeption in Abwehrreaktionen äußern, sind nicht zwangsläufig Schmerz! Schmerz ist immer eine bewusste Wahrnehmung und nicht von der Nozizeption abhängig. Diese Unabhängigkeit von Schmerz und Nozizeption lässt sich sehr gut am „Modell“ Mensch erklären. Menschen können z. B. unter Narkose schwere Eingriffe erdulden, ohne Schmerz zu empfinden. Auf der anderen Seite leiden Menschen unter schwersten Schmerzen, ohne dass ein Reiz oder eine Schädigung vorliegen. Kurz zusammengefasst bedeutet dies, Reiz ist nicht zwangsläufig Schmerz, und Schmerz muss nicht zwangsläufig auf einem Reiz beruhen. Hypnose und Suggestion (psychologische Manipulation) können sich deshalb beim Menschen auch in die eine oder andere Richtung auswirken.
 
Wie ist Schmerz in der wissenschaftlichen Literatur definiert
 
Es gibt verschiedene Definitionen von Schmerz, die nicht absoluten, sondern akademischen und sozialen Ursachen geschuldet sind. Wir erinnern uns, Schmerz ist eine höchst persönliche Erfahrung, und jedes Individuum empfindet seinen persönlichen Schmerz. Die theoretisch/erklärende IASP-Definition spiegelt dabei die bestmögliche Zusammenfassung wider und wird von vielen Schmerzforschern akzeptiert und verwendet. Die „operative“ Erklärung im Gegenzug versucht zu definieren, wie Schmerz gemessen wird. So wird z. B. das Lernen von Organismen, Schmerzen zu vermeiden oder zu umgehen, von der „operativen Schule“ oft als Schmerz bezeichnet. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung ist jedoch sehr zweifelhaft, da eine Reaktion wie das Vermeidungslernen kein Bewusstsein voraussetzt. Es ist jedoch nachgewiesen, dass Fische, denen das Hirn entfernt wurde, weiterhin Vermeidungsreaktionen, Schwarmbildung und Nahrungsaufnahme zeigten, Fähigkeiten also, die keines Hirns bedürfen. Schmerz beinhaltet jedoch immer auch Bewusstsein …
 
Nozizeption ist nicht Schmerz und Emotionen sind keine Gefühle
 
Es wurden Studien an einer Reihe von Säugetieren durchgeführt, denen große Teile des Hirns entfernt wurden. Ratten, die oft als Modell für den Menschen herhalten müssen und denen das Hirn entfernt worden war, reagierten weiterhin auf externe Reize, wie z. B. die Fütterung per Fütterungstube, die von den Pfoten umschlossen wurde. Die Ratten gaben Geräusche von sich und leckten auch die Injektionsstellen nach einer Spritzeninjektion, versuchten die Spritze oder den Ausführenden zu beißen. All diese Reaktionen sind hoch komplex und nicht als simple Reflexe (nach Sneddon) auf externe Reize zu erklären. Auf Grund des fehlenden Gehirns sind diese Reaktionen jedoch nicht als Schmerz zu bezeichnen. Es ist sehr schwer und eigentlich unmöglich, anhand von Reaktionen der Tiere zwischen Nozizeption und Schmerz zu unterscheiden, wie wir am Beispiel der „enthirnten“ Ratte gesehen haben. Genau so schwierig ist die Unterscheidung in Gefühle und Emotionen. Emotionen sind fundamentale, unbewusste, subcortikal generierte, viszerale, verhaltensmäßige, hormonelle oder nervliche Reaktionen auf einen äußeren Stimulus. Eingeschlossen sind auch erlernte Reaktionen auf diesen Stimulus. Emotionen sind autonom und liefern quasi das Rohmaterial für ein eventuelles bewusstes Gefühl. Dieses jedoch spielt sich dann in höher entwickelten Hirnregionen ab. Diese kortikalen Regionen sind nach Rose (2002) notwendig, um bewusst an Schmerz zu leiden. Das erlernte Vermeiden von unangenehmen Stimuli ist kein Beleg für Schmerzen und Leiden!
 
Die Struktur, eine notwendige Voraussetzung für die Wahrnehmung von Schmerz
 
In den letzten Jahren wurde mehr und mehr Wissenschaftlern bewusst, dass das, was sie bei Tieren als Antwort auf externe Reize beobachten konnten (Lecken, Laut geben, Hüten etc.), eher der Nozizeption als dem Schmerz geschuldet war. Diese Reaktionen konnten als spinale Reflexe oder Reaktionen des Hirnstamms erkannt und als unbewusste nozizeptive Reaktionen belegt werden. Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist, dass die Reaktion von Tieren auf externe Reize nichts mit bewusstem Schmerz zu tun hat. Die Entwicklung von validen Modellen von Schmerz im Gegensatz zu Nozizeption ist eine der großen Herausforderungen der Schmerzforschung und unabhängig vom Tiermodell. Für Fische kann der Begriff Schmerz nicht verwendet werden, da diese keine hoch entwickelten Hirnregionen oder gar ein Großhirn besitzen. Rose (2002) kam deshalb zu dem Schluss, dass ein Fisch kein dem Menschen ähnliches Schmerzempfinden ausprägen könne.
 
„Mehr als ein simpler Reflex“ – eine unzulässige „Definition“
 
Eine Reihe von Publikationen ist in den letzten Jahren erschienen, die die Existenz von Schmerzerfahrungen bei Fischen belegen sollen (Sneddon, 2011, Braithwaite, 2010 u. a). Eine der Hauptschlussfolgerungen der Autoren war, dass sie „Hinweise auf Schmerzen bei Fischen“ gefunden hätten. Von den Autoren wurde Schmerz als eine Reaktion definiert, die „mehr als ein einfacher Reflex“ ist. Es wurde nicht definiert, wie sich der simple Reflex von einem komplexeren Reflex unterscheidet! Bedeutet das im Gegenschluss auch, dass jede komplexere Reaktion von Lebewesen auf äußere Reize auch Schmerzen reflektieren müsste!? Nein, natürlich nicht. Erinnern wir uns an die Reaktion unserer Beine, wenn wir einen leichten Schlag unterhalb der Kniescheibe empfangen. Unser Bein schnellt nach oben, ohne dass wir dies bewusst tun oder beeinflussen könnten. Aber, empfinden wir unbedingt Schmerz dabei!? Die Frage des simplen oder komplexen Reflexes auf einen Reiz als „Hinweis auf Schmerzen“ zu definieren, zieht sich durch die sogenannte Fachliteratur und bringt uns wieder zu der Erkenntnis, dass es an Definitionen zum Schmerz fehlt.
 
Untersuchungen, welche sich mit der „Schmerzfrage“ bei Fischen beschäftigen
 
All die Verhaltensstudien, welche den Schmerz bei Fischen beweisen wollen, kranken an der fehlenden Unterscheidung zwischen Nozizeption und Schmerz. Sneddon (2003) spritzte bei Forellen z. B. Bienengift oder Essigsäure in die Lippen. Sie stellte dann bei den Fischen „ein ungewöhnliches Verhalten“ wie Schaukeln (alle 2-3 Minuten!) oder Reiben der Lippen am Untergrund fest. Diese „ungewöhnlichen Verhaltensweisen“ wurden von Sneddon als „komplexe Reflexe“ und somit dann als Schmerz interpretiert, vergessend, dass eine Vielzahl von Umweltreizen eine Handvoll Verhaltensausprägungen bei Fischen hervorrufen kann wie z. B. das beobachtete Schaukeln. Aber diese Reflexe, ob simpel oder komplex, sind eben nur Reaktionen auf Reize. Nozizeption als Antwort auf solche Reize wie Giftspritzen bedürfen keines Bewusstseins und sind deshalb auch nicht Schmerz. By the way, die Dosen, die von Sneddon verwendet wurden, um überhaupt Reaktionen auszulösen, hätten beim Menschen schwerste Leiden, wenn nicht gar den Tod induziert … Bei diesen Untersuchungen, deren Wissenschaftlichkeit, gelinde gesagt, leichten Zweifeln unterliegt, wird die Schlussfolgerung getroffen, dass Fische am Angelhaken Schmerz empfinden. Im vorliegenden Artikel von Rose und Kollegen wird nun detailliert die Unhaltbarkeit von Sneddons Schlussfolgerungen belegt. All die Verhaltensäußerungen der Fische auf externe, auch gefährliche Reize beweisen keinesfalls die Existenz eines bewusst empfundenen Schmerzes. Fehler in der Versuchsdurchführung und Missinterpretationen einer Reihe „wissenschaftlicher“ Untersuchungen zum Schmerzempfinden werden aufgedeckt und seziert.
 
Studien, die Operationen an Fischen, Verwundungen oder Markierungen beinhalten,
 
sind der nächste Punkt der kritischen Diskussion. All diese verschiedenen Studien belegen, dass Fische selbst nach schwersten Eingriffen innerhalb kürzester Zeit wieder ein normales Verhalten aufwiesen. Ähnliche Eingriffe beim Menschen wären nicht nur extrem schmerzhaft gewesen, sondern hätten diese auch für längere Zeit inaktiviert. Fische können sogar in der Rückenlage immobilisiert (tonische Immobilität) und auf diese Weise ohne Betäubung operiert werden, was ihre postoperative Überlebenschance verbessert! Neurologische Studien untersuchten ebenfalls die Möglichkeit von Schmerz bei Fischen aus weiterer Sicht. Für die Reizleitung und das Schmerzempfinden sind zwei Arten von Nervenfasern verantwortlich, 1. die A-Delta- und 2. die C-Fasern. Die A-Delta-Fasern sind für eine schnelle Reizüberleitung verantwortlich und stellen z. B. eine schnelle Flucht- oder Ausweichreaktion sicher. Die C-Fasern (markscheidenlose Fasern) hingegen reagieren sehr träge, sind jedoch für das intensive und nachhaltige Schmerzempfinden essentiell. Leiden, die wir z. B. mit Zahnschmerzen, Verbrennungen oder Knochenbrüchen assoziieren, sind durch C-Fasern und nicht durch A-Delta-Fasern hervorgerufen. Die schnelle unbewusste Ausweichreaktion auf einen Nadelstich oder einen Hammerschlag auf den Daumen wird von den A-Delta-Fasern verursacht, der intensiv empfundene Schmerz danach von den C-Fasern. Bei Regenbogenforellen beträgt der Anteil der C-Fasern nur 5 % ... Fische weisen also nur eine extrem geringe Anzahl an C-Fasern auf. Sie haben hohe Anteile an A-Delta-Fasern, die für eine schnelle Reaktion auf Umweltreize wie auch Flucht vor Fressfeinden notwendig sind. Auch die Fressgewohnheiten der Fische weisen darauf hin, dass ein Schmerzempfinden speziell im Maulbereich höchst unwahrscheinlich ist. Fische konsumieren Futter, welches für uns äußerst schmerzhaft wäre. Seeigel, Stachelrochen und Fische mit vielen gefährlichen und giftigen Stacheln werden von Fischen gefressen. Obgleich sich die Fische bei ihrer Nahrungsaufnahme verletzen, fressen Sie weiterhin diese Futtertiere, auch wenn ausreichend Alternativen ohne Weiteres zur Verfügung stehen. Die Aufnahme von scharfkantigen Muscheln und Schnecken und die Verletzungen, die Fische dabei erfahren, halten sie nicht davon ab, wiederholt diese Futtertiere aufzunehmen. Ein krasses Beispiel ist ein Hammerhai, in dessen Maul, Zunge und Rachen man nicht weniger als 96 Stacheln von Rochen fand. Wie verhält es sich denn nun mit dem Angeln, speziell mit dem Fangen und Zurücksetzen (englisch: catch and release)? Angeln ist normalerweise nicht möglich, ohne einen Fisch durch den Haken in irgendeiner Form zu verletzen. Das Eindringen eines Hakens ist immer mit einer mechanischen Gewebsverletzung verbunden, vergleichbar mit dem Stich einer Nadel gleicher Größe, nicht jedoch mit Sneddons Versuchen an Fischen. Wir erinnern uns, sie spritzte z. B. Bienengift oder Säure in die Lippen von Forellen. Viele Untersuchungen belegen, dass Fische direkt nach dem Fangen und Zurücksetzen sofort wieder ein normales Verhalten aufzeigten und Futter aufnahmen. Sneddon behauptet, dass ihre Untersuchungen für die Angelfischerei von Bedeutung sind. Das ist eine Behauptung, die mit ihren Daten nicht belegbar ist. In Untersuchungen von Arlinghaus et. al. (2008) wurden Hechte mit Köder im Maul ins Wasser zurückgesetzt. Sie wiesen im Vergleich zur Kontrolle keine anderen Verhaltensmuster auf. Der Beispiele gibt es viele. So wurden Untersuchungen durchgeführt, wie oft Fische nach dem Fangen und Zurücksetzen wieder gefangen werden. Häufig wurden Fische mehrfach, in einigen Fällen sogar bis zu 26 Mal wieder gefangen. Der wiederholte Fang bereits geangelter Fische belegt, dass Fangen und Zurücksetzen sich nicht mit dem in Verbindung bringen lässt, was wir Menschen als Schmerz bezeichnen würden. Physiologische Untersuchungen belegen weiterhin, dass das Handling nach dem Fang von größerer physiologischer Bedeutung ist, als das Haken selbst. Fische, die in kurzer Zeit gefangen und schonend zurückgesetzt wurden, wiesen innerhalb kürzester Zeit normale physiologische Parameter auf. Es ist also sehr wichtig, den gefangenen Fisch so schonend und stressarm wie möglich zu behandeln – auch wenn er keinen Schmerz empfindet!
 
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fische begrenzte nozizeptive Fähigkeit besitzen?
 
Schmerz ist keine einfache sensorische Wahrnehmung von geschädigtem Gewebe. Verglichen mit dem Menschen oder anderen Säugetieren besitzen Fische eine begrenzte Fähigkeit zur Nozizeption speziell über die C-Fasern, die beim Menschen Voraussetzung für intensives Schmerzemfinden sind. Anthropomorphistisches Denken führt zu der Verzerrung, dass Fische ähnlich sensibel für Nozizeption und eben auch Schmerz sein sollten (Chandroo et al. 2004). Aber Fische zeigen eben nicht die Reaktionen auf Verwundungen, wie es ein Mensch tut. Sie reagieren wesentlich unsensibler auf Verwundungen als Säugetiere. Einem schnellen Fluchtverhalten, vermittelt durch die A-Delta-Rezeptoren, folgt zumeist das unmittelbare Zurückkehren zu normalen Verhaltensweisen. An dieser Stelle würde sich beim Menschen intensiver Schmerz anschließen, der Fisch „geht zum Alltagsgeschäft über“.
 
Kosten der falschen Definitionen und unbelegbaren Ansichten von Fischschmerz und –leiden
 
Die Politik/Öffentlichkeit nimmt die zum Teil auf völlig falscher Basis dargestellten Aussagen zu Fischschmerz und –leiden auf. Es entstehen fachlich nicht fundierte Verzerrungen im Verhältnis zwischen Mensch und Fisch mit Auswirkungen auf das Verständnis vom Fisch, seiner Umwelt und seinen Bedürfnissen, dem Verhältnis zu Aquakultur und Fischerei, mit Verzerrungen zur Angelfischerei und mit Verzerrungen im Management der Fischbestände. Es wurden Regelungen und Gesetze erlassen, die der fachlichen Basis entbehrten, nur weil sie sich auf falsche „Fachaussagen“ und Missinterpretationen von missionierenden „wissenschaftlichen“ Studien wie die von Sneddon & Co. stützten. Die Politik/Öffentlichkeit und Exekutive sind geneigt, Fischen Schmerz anzudichten, ein sozialpolitisches Manöver mit katastrophalen Auswirkungen für das Verständnis von Fischgesundheit und unser Verhältnis zum Fisch … In Deutschland, das zudem ein höchst unpräzises Tierschutzgesetz besitzt, eine Katastrophe! Gott sei Dank wächst eine neue Generation von Richtern heran, die in ihre Urteile vermehrt die Wissenschaft mit einbezieht …
 
Es wird Zeit, “ Fischschmerz und –leiden“ als das zu definieren, was es in Wirklichkeit ist, nicht mehr und nicht weniger.
 
Petri Heil!
 
Ihr
Dr. Thomas Meinelt
Vizepräsident für Forschung und Wissenschaft/Natur- und Umweltschutz des Deutschen Angelfischerverbandes e.V.
 
© Foto: Philipp Freudenberg

Empfinden Fische Schmerzen?

 

Empfinden Fische Schmerzen?
Bei dieser Regenbogenforelle hat der Haken eines Angelköders im Oberkiefer gefasst. Ob das Tier Schmerzen empfindet, ist nicht zweifelsfrei belegt. | Foto: Alexander Schwab

 

Fische besitzen kein dem Menschen vergleichbares Schmerzempfinden. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam aus Neurobiologen, Verhaltensökologen und Fischereiwissenschaftlern. An der wegweisenden Studie mitgewirkt hat Professor Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Am 13. Juli ist ein novelliertes Tierschutzgesetz in Kraft getreten. Wer darin konkrete Aussagen zum Umgang mit Fischen erwartet, wird enttäuscht. Für den Gesetzgeber war die Fischfrage längst geklärt: Fische sind leidensfähige Wirbeltiere, die vor tierquälerischen Handlungen durch den Menschen geschützt werden müssen. Wer in Deutschland Wirbeltiere grundlos tötet oder ihnen erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, dem drohen strafrechtliche Konsequenzen sowie empfindliche Geld- oder Haftstrafen. Nun ist die Frage neu aufgerollt worden, ob Fische tatsächlich in der Lage sind, Schmerzen zu empfinden oder im menschlichen Sinne zu leiden. Eine endgültige Antwort hätte weitreichende Konsequenzen für Millionen von Anglern, Fischern, Aquarianern, Fischzüchtern und Fischwissenschaftlern. Ein siebenköpfiges Forscherteam hat dazu allen wesentlichen Studien zum Thema Fischschmerz auf den Zahn gefühlt. Bei ihren Recherchen entdeckten die Wissenschaftler aus Europa, Kanada, Australien und den USA viele Mängel. Die Hauptkritikpunkte der Autorengruppe: Fischen fehlen wesentliche sinnesphysiologische Voraussetzungen für ein bewusstes Schmerzempfinden. Auch sind Verhaltensreaktionen von Fischen auf vermeintlich schmerzende Reize nach menschlichen Maßstäben bewertet und dadurch fehlinterpretiert worden. Der endgültige Beleg für das Schmerzempfinden bei Fischen steht noch aus.

So tickt der Mensch

Um den Tadel der Forscher nachvollziehen zu können, muss man zunächst verstehen, wie die Schmerzwahrnehmung beim Menschen funktioniert. Verletzungen erregen sogenannte Nozizeptoren. Diese Rezeptoren senden elektrische Signale über Nerven und das Rückenmark bis zur Großhirnrinde (Neokortex). Bei vollem Bewusstsein erfolgt hier die Weiterverarbeitung zu einem Schmerzempfinden. Allerdings muss selbst nach starken Verletzungen nicht zwangsläufig ein Schmerzerlebnis entstehen. Als Gefühlszustände können Schmerzen zum Beispiel durch Angstmachen verstärkt und auch ohne jede Gewebeschädigungen mental konstruiert werden. Umgekehrt kann jede Erregung der Nozizeptoren unbewusst verarbeitet werden, ohne dass der Organismus ein Schmerzerleben hat. Dieses Prinzip nutzt man beispielsweise bei der Narkose. Darum unterscheidet man in der Schmerzforschung zwischen bewusstem Schmerzempfinden und einer unbewussten Reizverarbeitung durch Nozizeption, die ihrerseits zu komplexen hormonellen Reaktionen, Verhaltensantworten und auch zum Erlernen von Vermeidungsreaktionen führen kann. Nozizeptive Reaktionen sind also niemals gleichzusetzen mit Schmerz, sie sind streng genommen auch keine Voraussetzung für Schmerz.

Fische sind anatomisch und physiologisch nicht mit Menschen vergleichbar

Fische besitzen im Unterschied zum Menschen keine Großhirnrinde, so dass erste Zweifel an der Schmerzfähigkeit laut werden. Zudem wurde nachgewiesen, dass bei Säugetieren bestimmte Nervenfasern (die sogenannten C-Nozizeptoren) für die Empfindung von intensiven Schmerzerlebnissen mitverantwortlich sind. Diese fehlen bei allen untersuchten primitiven Knorpelfischen wie Haien und Rochen gänzlich und sind bei allen Knochenfischen - dazu zählen alle gängigen Fischarten wie Karpfen und Forellen - höchst selten. Insofern sind die physiologischen Voraussetzungen für ein bewusstes Schmerzerleben bei Fischen kaum entwickelt. Ohne Zweifel sind Knochenfische aber mit einfachen Nozizeptoren ausgestattet, und sie zeigen selbstverständlich Reaktionen auf Verletzungen und sonstige Eingriffe. Ob diese jedoch als Schmerz wahrgenommen werden, ist nicht bekannt.

Oft fehlt die Unterscheidung zwischen bewusstem Schmerz und unbewusster Nozizeption

Die aktuelle Überblicksstudie prangert an, dass in der großen Mehrzahl aller veröffentlichten Untersuchungen die Reaktionen eines Fisches auf einen vermeintlichen Schmerzreiz – zum Beispiel das Reiben des verletzten Körperteils an einem Gegenstand oder das Einstellen der Futteraufnahme – als Anzeiger für Schmerzen gewertet worden sind. Jedoch ist mit einer solchen Methodik nicht nachweisbar, ob ein bewusstes Schmerzempfinden oder eine unbewusste Reizwahrnehmung mittels Nozizeption oder beides zusammengenommen ursächlich war. Aus Verhaltensantworten auf zugrundeliegende emotionale Zustände zu schließen, ist grundsätzlich problematisch. Zudem zeigen Fische oftmals geringe oder keine Reaktionen auf Eingriffe, die für uns und andere Säugetiere höchst schmerzhaft wären. Bei Menschen wirksame Schmerzmittel wie Morphin waren bei Fischen entweder wirkungslos oder zeigten nur bei astronomisch hohen Dosen, die bei kleinen Säugetieren den sofortigen Schocktod bedeutet hätten, einen Effekt. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Fische entweder überhaupt kein mit dem Menschen vergleichbares Schmerzempfinden besitzen oder aber völlig anders auf Schmerzen reagieren. Insgesamt ist davor zu warnen, das Verhalten von Fischen aus menschlicher Perspektive zu deuten.

Was bedeutet das alles für den Nutzer von Fischen?

Juristisch gesehen sind grundlose Zufügungen von Schmerzen, Leiden oder Schäden an Tieren gemäß § 1 Tierschutzgesetz verboten. Allerdings ist die Strafbarkeit solcher Handlungen nach § 17 Tierschutzgesetz ausschließlich an die Schmerz- und Leidensfähigkeit gekoppelt. Die neue Studie hegt deutliche Zweifel an dem nach menschlichen Maßstäben definierten Schmerzempfinden bei Fischen. Daher sollte eigentlich kein Straftatbestand mehr folgen, wenn z.B. ein Angler selbstbestimmt einen entnahmefähigen Fisch freilässt, anstatt ihn zu essen. Auf juristischer und moralischer Ebene entbinden die nun publizierten Zweifel am Schmerzempfinden von Fischen aber niemanden von der Verantwortung, alle Nutzungen gesellschaftlich akzeptierbar zu begründen und jede Form von Stress und Schäden an Fischen zu minimieren.

Robert Arlinghaus & Eva-Maria Cyrus

Pestizide reduzieren die Artenvielfalt in Gewässern deutlich

Insektenarten wie die Kleinlibelle Ischnura senegalensis sind durch Pestizideinträge in ihren Lebensraum besonders bedroht.
Insektenarten wie die Kleinlibelle Ischnura senegalensis sind durch Pestizideinträge in ihren Lebensraum besonders bedroht. (Bild: André Künzelmann/UFZ)

Für den Pflanzenschutz werden in vielen Teilen der Erde großflächig Pestizide eingesetzt. Das diese aber nicht nur am Ausbringungsort für Effekte sorgen, hat jetzt eine aktuelle Studie gezeigt. Gemeinsam mit internationalen Kollegen haben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung die Auswirkung von Pestiziden auf die Artenvielfalt in Gewässern untersucht.

Washington/USA, Leipzig – Einige Pestizide, die derzeit in Europa und Australien im Einsatz sind, können die regionale Artenvielfalt von wirbellosen Tieren in Fließgewässern um bis zu 42 Prozent reduzieren. Das berichten Forscher in einer aktuellen Studie. Mikhail A. Beketov und Matthias Liess vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig analysierten gemeinsam mit Ben Kefford von der Technischen Universität Sydney und Ralf B. Schäfer vom Institut für Umweltwissenschaften Landau die Auswirkungen von Pestiziden wie Insektiziden und Fungiziden auf den regionalen Artenreichtum von Wirbellosen in Fließgewässern und verwendeten dafür Daten aus Deutschland, Frankreich und Victoria in Australien. Die jetzt veröffentlichte Studie ist eigenen Angaben zufolge die erste Studie überhaupt, die die Auswirkungen von Schadstoffen auf die regionale Biodiversität im Zusammenhang mit den Konzentrationen von Pestiziden und den jeweiligen Artenverlusten untersucht hat.

Pestizide, beispielsweise aus der Landwirtschaft, gehören zwar zu den am besten ökotoxikologisch untersuchten und regulierten Gruppen von Schadstoffen - bisher war aber unbekannt, ob und in welchem Umfang und bei welchen Konzentrationen ihr Einsatz Artenverluste in Gewässern verursacht. Dieser Frage gingen die Forscher nach und verglichen den Artenreichtum an mehreren Standorten – unter anderem in der Hildesheimer Börde bei Braunschweig, in Süd-Victoria in Australien und in der Bretagne in Frankreich. Dabei untersuchten sie drei verschiedene Ebenen der Pestizidbelastung: unberührt, leicht verunreinigt oder stark verschmutzt.

Gerade Insekten werden durch Pestizide bedroht

In Europa fanden sie signifikante Unterschiede beim Artenreichtum von Wirbellosen zwischen den Verschmutzungs-Kategorien. Für Australien konnten die Forscher bei verschiedenen Insektengruppen einen Unterschied feststellen, und zwar zwischen den hoch belasteten Standorten einerseits und den unberührten und leicht verunreinigten andererseits. Nachweislich rangiert der Verlust der Artenvielfalt zwischen den unberührten und stark kontaminierten europäischen Standorten damit auf einem Niveau von 42 Prozent, bei Insektengruppen in Australien ist ein Rückgang von 27 Prozent zu verzeichnen.

Wie die Forscher weiter herausfanden, werden die Gesamtverluste in der Biodiversität in erster Linie durch das Verschwinden mehrerer Gruppen von Lebewesen bestimmt, welche speziell anfällig für Pestizide sind. Dazu gehören vor allem Vertreter der Steinfliegen, Eintagsfliegen, Köcherfliegen und Libellen. Diese Organismen zählen zu den arten- und individuenreichsten Besiedlern der europäischen Flüsse, Bäche und Ströme und sind wichtige Mitglieder der Nahrungskette, bis hin zu Fischen und Vögeln. Sie ermöglichen die biologische Vielfalt der Gewässerlebensräume erst, indem sie als Anzeiger der Wasserqualität für einen regelmäßigen Austausch zwischen Oberflächen- und Grundwasser sorgen.

Schutzkonzepte greifen zu kurz

Ein besorgniserregendes Ergebnis der Studie ist, dass die verheerenden Auswirkungen der Pestizidbelastung auf diese Kleinstlebewesen bereits bei Konzentrationen festgestellt wurden, die nach den aktuellen europäischen Vorschriften als unbedenklich gelten. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Verwendung von Pestiziden ein wichtiger Treiber des Verlustes an biologischer Vielfalt ist, und dass die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstmengen die Artenvielfalt der wirbellosen Tiere in Fließgewässern nicht ausreichend schützen.

Neue Ansätze, die Ökologie und Ökotoxikologie verbinden, werden daher dringend benötigt. “Die gegenwärtige Praxis der Risikobewertung gleicht leider einer Autobahnfahrt mit verbundenen Augen“, gibt der Ökotoxikologe Matthias Liess zu bedenken. Denn bisher beruhe die Zulassung von Pestiziden nur auf experimentellen Arbeiten im Labor und in künstlichen Ökosystemausschnitten. Für eine fundierte Bewertung der ökologischen Wirkung dieser chemischen Substanzen müssten die bestehenden Konzepte aber dringend mit der Realität im Freiland abgeglichen werden. „Die neuen Ergebnisse zeigen, dass das Ziel der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, den Artenschwund bis 2020 zu bremsen, gefährdet ist. Pestizide werden immer Wirkungen haben auf Ökosysteme, ganz gleich wie rigide die Schutzkonzepte sind. Aber nur wenn validierte Bewertungskonzepte verwendet werden, kann eine realistische Abwägung erfolgen, welche Ökosysteme auf welchem Niveau geschützt werden müssen.“ Die Bedrohung der Artenvielfalt durch Pestizide wurde bisher offenbar unterschätzt.

Insektizide lassen Wassertiere verhungern

Die Folge schleichender Vergiftung mit Neonicotinoiden wird in gängigen Tests nicht erfasst

Gerade erst sind die als bienenschädlich entlarvten Neonicotinoide in der EU zum Teil verboten worden. Jetzt haben Schweizer Forscher festgestellt, dass diese Insektizide entgegen bisherigen Annahmen auch für Kleinkrebse und andere Wassertiere giftig sind. Das Nervengift stört schon bei geringen Konzentrationen die Bewegung und Nahrungsaufnahme der Krebse. Hält die Pestizidbelastung länger an, verhungern sie daher. Diese Langzeitfolge wird von den gängigen Toxizitätstests nicht erfasst, weil diese nur die kurzfristigen Folgen prüfen, warnen die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE".
Ein Bachflohkrebs (Gammarus pulex)
Ein Bachflohkrebs (Gammarus pulex)
© Eawag Ein Bachflohkrebs (Gammarus pulex)
Die Hinweise auf zuvor unentdeckte, schleichende Giftwirkungen der Neonicotinoide mehren sich: Erst Ende April beschloss die EU-Kommission den Einsatz dieser Pestizide für vorerst zwei Jahre stark einzuschränken. Sie dürfen nun nur noch bei bestimmten Pflanzen eingesetzt werden, die als nicht attraktiv für Bienen gelten. Denn Studien hatten gezeigt, dass die Neonicotinoide unter anderem die Orientierung der Bienen stören und so für das Bienensterben mitverantwortlich sein könnten. Über den Regen gelangen die Pestizide aber auch in den Boden und darüber in Seen du Flüsse.

Erholung nach kurzzeitigen Pestizid-Schwemmen
Bisher galten die Neonicotinoide zumindest in niedrigen Dosierungen als für wirbellose Wassertiere noch weitgehend unschädlich: Bachflohkrebse (Gammariden), die kurzzeitig erhöhten Konzentrationen dieser Pestizide ausgesetzt werden, bewegen sich zwar weniger und fressen auch nicht mehr so viel. Sinkt der Giftgehalt des Wassers dann aber wieder ab, erholen sie sich rasch wieder. Solche kurzzeitigen Belastungsspitzen treten typischerweise auf, wenn während oder kurz nach einer Anwendung der Mittel auf den Feldern Regen fällt und ein Teil der gut löslichen aber schwer abbaubaren Stoffe in Oberflächengewässer abgeschwemmt wird.

Wie es sich aber auswirkt, wenn die Kleinkrebse einer zwar nur sehr niedrigen, aber dafür dauerhaften Belastung durch die eingeschwemmten Pestizide ausgesetzt sind, war bisher unklar. Forscher des Schweizer Wasserforschungs-Instituts Eawag haben dies daher nun getestet. Sie setzten dafür Bachflohkrebse der Art Gammarus pulex sowohl erhöhten Puls-Konzentrationen als auch schwachen Langzeitkonzentrationen aus.

Schleichende Vergiftung lässt Krebse verhungern
Während sich die Krebse nach der Kurzzeit-Belastung wie erwartet wieder erholten, waren die Folgen für die schleichend vergifteten Krebse dramatischer: Weil das Nervengift die Fortbewegung und Nahrungsaufnahme der Tiere störte, fraßen sie zu wenig. Dadurch waren sie nach zwei bis drei Wochen verhungert. Die Tests zeigten auch, dass das Ausmaß der Folgen stark von der Jahreszeit und der Umgebung der Tiere abhängt: Hatten sie zu Beginn der Belastung noch viele Fettreserven und waren sehr fit, überlebten sie eher als nach einem ohnehin nahrungsarmen Winter.

Wie die Forscher erklären, wird das langsame Verhungern der Krebse unter einer zwar relativ geringen aber andauernden Belastung mit Neonicotinoiden von den bisher gängigen Toxizitätstests nicht erfasst. Denn diese prüfen nur die Reaktion der Tiere auf eine kurzzeitige Belastung, testen aber nicht über mehrere Wochen hinweg. Um dieses Manko auszugleichen haben die Eawag-Wissenschaftler basierend auf ihren Ergebnissen ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem sich vorhersagen lässt, welche Konzentrationen über wie lange Zeit für die Organismen schädlich sind. (PLoS ONE, 2013;

Einheitlicher Deutscher Angelfischerverband (DAFV) für hunderttausende Angler ist beschlossen!

Happach-Kasan / Guenter Markstein

Die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Anglerverbandes e.V. (DAV) am 9. März 2013 reiht sich erfolgreich ein in die aktuellen weitreichenden Ereignisse in der Anglerschaft. Das höchste Gremium des DAV beschloss am heutigen Tag in Dahlewitz bei Berlin offiziell einstimmig den Zusammenschluss mit dem Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) und damit die Fusion der beiden großen deutschen Angler-Dachverbände. Zu den Gästen der Hauptversammlung zählten unter anderem Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sowie die Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm (Bündnis 90/Die Grünen) und Jan Korte (Die Linke).

Die Delegierten der VDSF-Mitgliederversammlung hatten den Verschmelzungsbeschluss ihrerseits bereits am 15. Februar 2013 gefasst, nachdem sie im vergangenen November die notwendige Stimmenmehrheit von 75% nur knapp verfehlten. Bei ihrer gleichzeitigen außerordentlichen Zusammenkunft Ende vergangenen Jahres hatten die DAV-Delegierten bei einer Probeabstimmung schon den einhelligen Willen zur Gemeinsamkeit bekundet.

Die Einheit der Anglerinnen und Angler im Deutschen Angelfischerverband (DAFV) ist mit der heutigen Hauptversammlung des DAV nun jedenfalls beschlossene Sache!

Der DAV wurde 1954 gegründet und nach der Vereinigung Deutschlands dann 1992 mit Sitz in Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg in das Vereinsregister eingetragen. Der VDSF wurde 1946 gegründet und hat seinen Sitz in Offenbach. Nach der Verschmelzung beider Verbände wird der DAFV ca. 800.000 Anglerinnen und Angler in seinen Mitgliedsverbänden zählen.

Die organisierte deutsche Anglerschaft kann auf starke Wurzeln zurückblicken. Am 31. Mai 1900 wurde mit dem Deutschen Anglerbund die erste gesamtdeutsche Anglerorganisation gebildet. 1921 wurde der Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands gegründet, so dass bis Anfang 1933 zwei deutsche Anglerorganisationen existierten. 1933 wurde der Arbeiter-Anglerbund Deutschlands auf Anordnung der NSDAP-Reichsleitung aufgelöst und der Reichsverband Deutscher Sportfischer als einheitlicher Dachverband ohne demokratische Legitimation gegründet. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurden in der Bundesrepublik Deutschland der VDSF und in der Deutschen Demokratischen Republik der DAV gegründet. Nach der Wiedervereinigung gingen beide Verbände zunächst eigene Wege.

Sport- und Anglervereine sind von den sich ständig ändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betroffen und müssen sich entsprechend einstellen und anpassen. Die nun zusammengehenden Dachverbände auf Bundesebene, DAV und VDSF, haben eine Vielzahl an Organisations-, Verwaltungs- und Dienstleistungsaufgaben für ihre Mitgliedsverbände zu erledigen. In den vergangenen Jahren hatte sich die Zusammenarbeit beider Verbände unter dem Dach des Deutschen Fischerei-Verbandes e.V., in dem beide Verbände organisiert sind, immer weiterentwickelt. Dadurch wuchs in der Mitgliedschaft der Wunsch, eine Verschmelzung beider Verbände voranzutreiben. Aus je sechs Vertretern beider Verbände wurde eine 12er-Kommission gebildet, welche die in den Verbänden vorhandenen unterschiedlichen Auffassungen zu beraten und für beide Seiten akzeptierbare Lösungsvorschläge zu erarbeiten hatte. Die Ergebnisse wurden den Mitgliedern zur Diskussion übergeben. Zur Sicherung des Status als anerkannte Umwelt- und Naturschutzvereinigung, den der VDSF bereits langjährig inne hat, soll die Verschmelzung durch Aufnahme des DAV in den VDSF erfolgen. Im Zuge der Verschmelzung wird eine Änderung des Namens in Deutscher Angelfischerverband vorgenommen und der Hauptsitz in Berlin sein.

Um den Forderungen der Mitglieder gerecht zu werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und um auf die gestiegenen Anforderungen zu reagieren sowie um der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen, werden der DAV und der VDSF künftig als DAFV ihre gemeinsamen Möglichkeiten bündeln. Dadurch soll das Leistungsangebot für die Mitglieder verbessert, sollen die laufenden Kosten verringert, und insbesondere soll die Interessenvertretung der deutschen Anglerschaft gegenüber der Politik und den Behörden in Deutschland und in der Europäischen Union verbessert und qualifiziert werden.

Der DAFV wird auf der Grundlage einer gemeinsam erarbeiteten Satzung ein neues Präsidium haben. VDSF und DAV machten Vorschläge für die personelle Zusammensetzung. Das neu gewählte kompetente und leistungsfähige Präsidium wird unter der Leitung der Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan arbeiten, die als FDP-Bundestagsabgeordnete auch für die nachhaltigen Fischerei- und Anglerinteressen eintritt. Selbstverständlich war auch sie bei der heutigen DAV-Hauptversammlung zugegen. Zur Seite stehen werden ihr die Vizepräsidenten Björn Bauersfeld, Kurt Klamet, Dr. Thomas Meinelt, Bernhard Pieper sowie die Referenten Dr. Rainer Berg (für Gewässerfragen), Friedrich Emonts (für Angeln/Fischen für Menschen mit Behinderung), Werner Landau (für Meeresfischen/-angeln), Steffen Quinger (für Süßwasserfischen/-angeln), Mario Raddatz (für Jugend), Dr. Jens Salva (für Natur-, Umwelt- und Tierschutz), Thomas Struppe (für Öffentlichkeitsarbeit) und Uwe Tempel (für Castingsport).

Das Präsidium des Deutschen Anglerverbandes e.V.

Vor der Haustür der VHF-Regionalgeschäftsstelle Nord...

 
…und in unmittelbarer Nähe zu unserem Verbandsgewässer, dem Buga-See, präsentieren wir uns mit 6 Aquarien im verbandseigenen Zelt auf der Sonderausstellung "Der Natur auf der Spur". Hier zeigen wir, welche Fische sich im Buga-See und in der angrenzenden Fulda tummeln, denn im und am Wasser gibt es viel zu entdecken. Der Besucher ist ganz nah dran an den stummen Bewohnern unserer Gewässer.
Wir stellen verschiedene Angeltechniken, wie z. B. Fliegenfischen oder Stippangeln, vor.
Schauen Sie unserem Fliegenbinder über die Schulter oder lassen Sie sich zeigen, wie ein Fisch richtig filetiert wird. Zu bestimmten Zeiten werden wir den Räucherofen anschmeißen und Sie können sich frisch geräucherte Forelle mit nach Hause nehmen.

Aber noch ist es nicht soweit. Vieles muss vorbereitet werden. Mit Hochdruck arbeitet die Regionalgeschäftsstelle Nord in Kassel an der Organisation, unterstützt von Präsidiumsmitgliedern, der Kreisgruppe Kassel und den Kasseler Angelvereinen.
Die Anmeldung ist bereits abgegeben, im März stellen wir den Hessentagsbeauftragten unser Konzept vor und freuen uns darauf, bei dieser Gelegenheit die anderen Teilnehmer der Sonderausstellung "Der Natur auf Spur" kennenzulernen.

Hessentag in Kassel vom 14. - 23.06.2013: Der Verband Hessischer Fischer e. V. ist dabei und wird sich einem breiten Publikum mit einem interessanten, vielseitigen und abwechslungsreichen Programm präsentieren. Merken Sie sich deshalb einen Besuch beim VHF fest vor. Kommen Sie mit uns ins Gespräch…..

mb

 
Unser Programm auf dem Hessentag (Änderungen vorbehalten):
 
Geräucherte Forellen - wir schmeißen den Räucherofen an. Sie dürfen probieren und das Fertigprodukt zu einem fairen Preis mit nach Hause nehmen
15. und 16.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr
19.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr
22. und 23.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr

Fisch in der Küche - Filet ohne Gräten - wir zeigen, wie's geht und Sie dürfen auch selbst "Hand anlegen"
15. und 16.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr
19.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr
22. und 23.06.2013 von 10.00 - 13.00 Uhr

Casting - genaues oder weites Werfen von künstlichen Fliegen oder Gewichten mit der Angelrute. Wir demonstrieren, wie's geht - Sie machen's nach!
14., 16., 22. und 23.06.2013 ab 10.00 Uhr
17, 18., 19., 20., 21.06.2013 ab 14.30 Uhr


Willkommen am Fuldaufer - Dieser Programmpunkt richtet sich in erster Linie an unsere Mitglieds-Angelvereine, aber auch an angelinteressierte Personen. Der Abend soll dazu dienen, dass die Anwesenden Anregungen geben und Fragen stellen können. Mitglieder des Präsidiums des Verbandes Hessischer Fischer werden da sein und Personen aus der Fischereiverwaltung werden eingeladen.
18.06.2013, 18.30 Uhr, SAV Chassalla e. V., Hafenstraße, 34125 Kassel



Vorträge:

17.06.2013, 19.00 Uhr, im Vereinsheim des Kurhessischen Anglervereins e. V. , 34134 Kassel, Dennhäuser Straße 165
"Verbessernde Lebensraummaßnahmen für Bachneunauge (Fisch des Jahres 2012) und Bachforelle (Fisch des Jahres 2013)"
Jens Eligehausen, Referent Gewässer Nord im Verband Hessischer Fischer e. V.

21.06.2013, 19.00 Uhr, im Vereinsheim des Kurhessischen Anglervereins e. V. , 34134 Kassel, Dennhäuser Straße 165
"Wiederansiedlung des Edelkrebses in unseren Gewässern"
Edwin Freudl, Naturschutzbeauftragter im Verband Hessischer Fischer e. V.


Tägliche Aktionen:
Fliegenbinden, Bachlauf mit Kleinstlebewesen, Aquarienschau mit heimischen Fischen, Ausstellung mit dem Schwerpunkt "Die Buga - unser Angelgewässer", Infos rund um die Ausbildung, Kinderaktionen: Gipsfische anmalen, Fischmemory, Angelspiel…..

Kooperationsprojekt zwischen dem Verband Hessischer Fischer und der Universität Kassel

 
Analyse der Bestandssituation des Bachneunauges (Fisch des Jahres 2012)
an zwei nordhessischen Mittelgebirgsbächen
 
Im Rahmen der Gewässerunterhaltung durch den Pächter renaturierter Bachabschnitt
Foto: J. Eligehausen
 
Zusammen mit dem Referat Gewässer Nord des VHF untersuchen Studenten des Fachgebiets Gewässerökologie und Gewässerentwicklung der Universität Kassel an zwei nordhessischen Bächen im Diemeleinzugsgebiet die Bestandssituation des Bachneunauges. Ziel ist es, geeignete Renaturierungsmaßnamen abzuleiten, die zum einen effizient die Lebensraumbedingungen für die Zielart verbessern und zum anderen innerhalb der Unterhaltungspflicht umgesetzt werden können, und bereits umgesetzte auf ihren Erfolg zu überprüfen. Das Projekt läuft bis März 2013.

Das Bachneunauge ist auf kiesige und sandige Sohlsubstrate mit guter Sauerstoffversorgung angewiesen. Die adulten Tiere legen auf Kies und Steinen ihre Eier ab, während die Querder (Larven) drei bis vier Jahre im Sandablagerungen leben. Sie filtern sich zersetzende Pflanzenteile, Algen und Kleinstlebewesen aus dem Sediment. Zahlreiche Eingriffe in seinen Lebensraum, wie Gewässerausbau, harte Gewässerunterhaltung und erhöhte Nährstoffeinträgen, haben in der Vergangenheit vielerorts zu einem Rückgang oder gar Zusammenbruch der Bachneunaugenbestände geführt. Inzwischen sind in vielen Bächen die Bestände auf dem Weg der Erholung. In der Roten Liste von 1996 wird das Bachneunauge als gefährdete Art geführt.

Die aktuelle Bestandssituation der Rundmäuler im Untersuchungsgebiet wird mittels Elektrobefischung untersucht. Zur Bestimmung der Gewässergüte werden chemische und biologische Untersuchungen durchgeführt. Dies geschieht beispielsweise anhand der Bestimmung der in diesen Abschnitten vorkommenden Wirbellosen (Makrozoobenthos). Darüber hinaus werden weitere relevante Lebenraumbedingungen, wie die Beschaffenheit der Gewässersohle, erfasst.

Die Resultate der Untersuchungen sollen nach der Charakterisierung der Bachneunaugenpopulation die Grundlage für die Ermittlung von besonders geeigneten Gewässerabschnitten für die Gewässerentwicklung innerhalb der Unterhaltungspflicht dienen. Eine größere Maßnahme soll nun im Frühjahr 2013 umgesetzt werden. Das Projekt ist insofern auch von Interesse für die fischereiliche Bewirtschaftung, da Verbesserungen der Lebenraumqualität für das Bachneunauge auch positive Auswirkungen auf die Lebensbedingungen weiterer kieslaichender Fischarten, wie der Bachforelle, haben.

Jens Eligehausen

SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

14. Februar 2013, 20:42 Uhr

Psychopharmaka im Flusswasser

Forsche Barsche

Aus Boston berichtet Philip Bethge

Rückstände gängiger Psychopharmaka geraten über Abwässer in Flüsse, Seen und Teiche. Dort verändern sie das Verhalten von Fischen. Sie agieren aktiver und mutiger. Die ökologischen Folgen könnten dramatisch sein.

Beruhigungs- und Schlafmittel werden in Deutschland massenhaft verabreicht. Ärzte verordnen jährlich mindestens 110 Millionen Tagesdosen Benzodiazepine, davon allein 11,4 Millionen Dosen Oxazepam, das beispielsweise unter dem Namen Adumbran verkauft wird.

Neue Forschung zeigt nun, dass die Psychopharmaka nicht nur auf den Menschen wirken. Über die Abwässer gelangen Reste der Chemikalienflut in Flüsse, Teiche und Seen und verändern das Verhalten von Fischen - mit möglicherweise weitreichenden ökologischen Folgen.

Schwedische Forscher um Tomas Brodin von der Umeå-Universität berichten jetzt im Fachblatt "Science", dass Flussbarsche, die Oxazepam ausgesetzt werden, aktiver sind, sich weniger sozial verhalten und ihre Verstecke leichtfertiger verlassen.

"Normalerweise sind Flussbarsche scheu und jagen in Gruppen; dies ist eine bekannte Überlebensstrategie", sagte Brodin auf der diesjährigen Forschungskonferenz der American Association for the Advancement of Science in Boston, Massachusetts. "Wenn sie jedoch in Wasser schwimmen, das Oxazepam enthält, sind sie wesentlich wagemutiger." Die Ergebnisse ließen sich vermutlich verallgemeinern, berichten die Forscher: "Wir glauben, dass diese Substanzen Effekte auf alle Fischarten haben", sagte Brodin.

Medikament lässt Fische schneller fressen

Zusammen mit Kollegen setzte Brodin Flussbarsche ähnlich hohen Oxazapam-Dosen aus, wie sie sich auch in der Umwelt messen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst geringe Konzentrationen der Beruhigungsmittel nicht nur Menschen, sondern auch Fische gelassener machen. Coole Fische jedoch werden weit schneller gefressen.

Die Forscher beobachteten zudem, dass die Flussbarsche im mit dem Medikament versetzten Wasser schneller fraßen. "Sie ernähren sich effizienter - ein positiver Effekt für die Fische", kommentiert Brodin. Gleichzeitig befürchtet der Forscher "gravierende" Folgen für aquatische Ökosysteme. Die Artenzusammensetzung in den Gewässern könne sich verändern.

Flussbarsche ernähren sich vorwiegend von sogenanntem Zooplankton. Die winzigen Tiere sind ein wichtiger Teil des Gewässer-Ökosystems und halten beispielsweise das Algenwachstum in Schach. Außergewöhnlich gefräßige Barsche könnten das Zooplankton jedoch im Rekordtempo vertilgen, befürchten die Forscher. Dadurch könne es vermehrt zu Algenblüten kommen.

Oxazepam ist nicht das einzige Psychopharmaka, dessen Rückstände sich in Gewässern nachweisen lassen. Weltweit schwappt ein umfassender Medikamentencocktail in Seen, Tümpeln und Teichen. Weil die meisten Kläranlagen die Chemikalien bislang nicht aus den Abwässern filtern können, reichern sie sich in den Gewässern an.

Diclofenac im Wasser

In Deutschland allein geraten jeden Tag mehrere Tonnen an Arzneimittelwirkstoffen in die Natur, warnt das Umweltbundesamt. Rückstände von über 150 Medikamenten sind bereits in der Umwelt nachgewiesen worden. Einer dieser Wirkstoffe ist beispielsweise das weitverbreitete Schmerzmittel Diclofenac, das Nierenschäden bei Fischen hervorrufen kann.

"Wenn wir Medikamente einnehmen, verschwinden sie nicht einfach; wir scheiden sie über den Urin wieder aus", erläutert Jerker Fick, einer der Autoren der schwedischen Studie. Tonnenweise werden die Wirkstoffe zudem gar nicht erst eingenommen, sondern direkt über Spüle oder Toilette entsorgt. Selbst das Trinkwasser könne geringe Konzentrationen davon enthalten, berichtet das Umweltbundesamt. Dies stelle jedoch "keine Gesundheitsgefahr" dar.

Wie sich die Substanzen auf die Umwelt auswirken, wird derzeit nicht systematisch untersucht. Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth empfiehlt daher, "ein Umweltmonitoring für Arzneimittel" einzuführen. Eine entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfung solle "im Zulassungsprozess für Medikamente verankert werden".


URL:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/medikamente-in-gewaessern-veraendern-das-verhalten-von-fischen-a-883433.html

Fische gehen auf Taubenfang

Aufgaben der Angelfischer:

  • Schutz, Hege und Pflege standortgerechter, artenreicher und nachhaltig nutzbarer Fischbestände,
  • Schutz, Hege und Pflege von gefährdeten Fischarten sowie die Wiedereinbürgerung ausgestorbener und stark gefährdeter Arten,
  • Schutz, Erhaltung und Pflege der Tier‑ und Pflanzenwelt im und am Wasser, ihrer Lebensgemeinschaften und Lebensstätten, einschließlich des Biotopaufbaus und der Biotoppflege im und am Wasser, Übernahme von Bachpatenschaften,
  • Schutz und Verbesserung der Gewässerqualität,
  • Pflege und Förderung des Fischereiwesens, des fischereilichen Brauchtums und von fischereikulturellen Einrichtungen,
  • Förderung der Aus‑ und Fortbildung, insbesondere von Jugendlichen, Gewässerwarten, Naturschutzwarten und Durchführung von Vorbereitungslehrgängen für die Fischerprüfung,
  • Beratung, Information und Unterstützung der Mitglieder in allen Angelegenheiten der Fischerei sowie des Natur‑, Umwelt‑ und Tierschutzes, 
  • Förderung der Jugendarbeit,
  • Förderung des Wurfsportes (Casting),
  • Mitwirkung im Landesnaturschutzverband und in seinen Arbeitskreisen sowie im Landesfischereibeirat,
  • Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung,
  • Förderung der Fischereiwissenschaften und Forschung, Vergabe von Forschungs‑ und Untersuchungsaufträgen.

VDSF Verband Deuscher Sportfischer e.V

Beschluss der Verbandsausschusssitzung vom 12.04.2011 in Kassel

Am 12.04.2011 tagte der Verbandsausschuss des Verbandes Deutscher Sportfischer

(VDSF) in Kassel. Der Verbandsausschuss repräsentiert die Präsidenten

und 1. Vorsitzende aller im VDSF vertretenen Landesverbände und stellt damit

die gewählte Vertretung von mehr als 650.000 im Verband Deutscher Sportfischer

organisierten Angler dar.

Der Verbandsausschuss befasste sich ausführlich mit den Problemen der ungenügenden Umsetzung

der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in den Bundesländern, diskutierte wichtige

Fragen zum Tierschutz, zur Biodiversität, der Europäischen Charta zur Freizeitfischerei

sowie mit dem Stand der Fusionsverhandlungen zwischen den beiden deutschen Anglerverbänden

Verband Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) und Deutscher Anglerverband e.V.

(DAV).

Der Verbandsausschuss stellte einstimmig fest, dass seit Beginn der Verhandlungen im Jahre

2009 bis Oktober 2010 alle Beschlüsse des Verbandsausschusses einstimmig erfolgt sind.

Insbesondere betrifft das die Zwischenergebnisse der Beratungen der 12er-Kommission, den

Satzungsentwurf für den verschmolzenen Verband vom April 2010 als auch den verbesserten

Verschmelzungsvertrag vom November 2010.

Der Verbandsausschuss betonte nochmals, dass das Mandat für die 6 Vertreter des VDSF in

der

Verhandlungskommission (12er-Kommission) ebenfalls einstimmig durch den Verbandsausschuss

erteilt und nach Beendigung der sehr guten Arbeit dieses Gremiums am 01. September

2010 mit nur 2 Gegenstimmen auf Antrag eines großen Landesverbandes durch den

Verbandsausschuss beendet worden ist.

Der Verbandsausschuss beauftragte das geschäftsführende Präsidium mit der Weiterführung

der Gespräche, mit dem Ziel einer Fusion der beiden Anglerverbände, gab aber ebenfalls

ein-stimmig diesem Gremium das Mandat, die Gespräche abzubrechen oder auszusetzen,

falls sich erweisen sollte, dass das angestrebte Ergebnis nicht erreicht werden kann.

Nach der Beratung der geschäftsführenden Präsidien beider Verbände und den verbliebenen

6 Vertretern der DAV-Verhandlungskommission im Januar 2011 in Leipzig wurde deutlich,

dass es im Deutschen Anglerverband Kräfte gibt, welche die einstimmig abgestimmten und

unterschriebenen Ergebnisse der fast 2-jährigen Arbeit der 12er-Kommission in wesentlichen

Teilen negierten sowie neue Forderungen einbrachten. Zwischenzeitlich erfolgten offizielle

Veröffentlichungen in der deutschen Angelpresse als auch auf der offiziellen Homepage des

Deutschen Anglerverbandes, die dem Geist und dem Inhalt einer Fusion konträr gegenüber

standen und in Teilen den Fusionspartner auch verunglimpften.

Dies löste auch in den Landesverbänden des VDSF entsprechende Reaktionen aus, worüber

das geschäftsführende Präsidium informiert wurde.

Dieses stellte dann im Januar 2011 nach mehreren Beratungen und Abstimmungen fest, dass

das beschlossene Fusionsziel so nicht erreicht werden kann und unterbrach die Verhandlungen

bis zum nächsten Treffen des Verbandsausschusses am 12.04.2011.

Der Verbandsausschuss bestätigte am 12.04.2011 einstimmig diese Handlung und verwies

dabei insbesondere darauf, dass seit April 2010 ein abgestimmter Satzungsentwurf, in dem

sich beide Verbände und jeder Angler ohne Probleme wiederfinden können, vorhanden ist.

Auch existiert ein am 01.09.2010 gemeinsam beschlossener Name für den angestrebten einheitlichen

Anglerverband, Deutscher AngelFischer Verband (DAFV). Der Verbandsausschuss

verwies weiterhin darauf, dass seit November 2010 auch der Entwurf eines Verschmelzungsvertrages vorliegt, der in dieser Form bereits mehrfach bei Fusionen durch Beitritt

in Landesverbänden des VDSF erfolgreich verwendet worden ist und damit problemlos auch in

diesem Fall verwendet werden kann. Auch wurde darauf verwiesen, dass der Verschmelzungsvertrag

mehr ein juristisches Dokument ist; Inhalte sind in der Satzung zu verankern.

Alle wesentlichen Unterlagen für eine Fusion sind damit seit längerer Zeit vorhanden.

Das Präsidium und der Verbandsausschuss stehen auch weiterhin zum Beschluss der Mitgliederversammlung

des VDSF alles zu unternehmen, um einen einheitlichen Anglerverband

in Deutschland zu bilden, der mit einer Stimme spricht und damit auch Forderungen der deutschen

Anglerschaft gegenüber der Politik mit noch größerer Kraft vortragen kann.

In Fortführung dieses Beschlusses erklären der Verbandsausschuss und das Präsidium des

VDSF einstimmig, dass sie die Fusionsgespräche unter Beachtung der vorgenannten Grundlagen

und Ergebnisse sowie der Kernfragen für eine einheitliche Vertretung der Interessen der

deutschen Anglerschaft fortsetzen wollen.

Der Verbandsausschuss erneuert einstimmig das Mandat für das geschäftsführende Präsidium

zur Fortführung der Gespräche mit den Repräsentanten des DAV auf folgender Grundlage:

1. Grundlage für einen verschmolzenen Verband unter dem Namen Deutscher AngelFischer

Verband (DAFV) ist der am 14. und 15. April 2010 in Göttingen durch den Verbandsausschuss

und das Präsidium des VDSF einstimmig beschlossene Entwurf einer

Satzung mit dem Datum 15.04.2010, der auch am gleichen Tage mit der 12er-

Kommission als auch dem geschäftsführenden Präsidium des DAV diskutiert wurde

und der auch in dieser Besprechung ohne Widerspruch geblieben ist.

2. Der am 08. November 2011 zusammen mit der Einladung an das geschäftsführende

Präsidium des DAV überstellte Entwurf eines rechtlich sicheren und mehrfach angewandten

Verschmelzungsvertrages bei Fusion durch Beitritt ist die zweite wichtige

Grundlage.

Auf dieser Grundlage betonen Verbandsausschuss und Präsidium des VDSF nochmals einstimmig,

dass

- es (wie in der 12er-Kommission einstimmig abgestimmt und unterschrieben) zukünftig

keinerlei Infragestellung des Status des verschmolzenen Verbandes DAFV als anerkannter

Naturschutz- und Umweltverband geben darf;

- es (wie in der 12er-Kommission einstimmig abgestimmt und unterschrieben) zukünftig

keinerlei Infragestellung einer Fusion durch Beitritt des DAV in den VDSF mit gleichzeitiger

Namensänderung (DAFV) und Beschluss der neuen Satzung und darauf aufbauenden

Dokumenten geben darf;

- es im verschmolzenen Verband (DAFV) keine bezahlten Mitglieder des Präsidiums/

Präsidiumsmitglieder als Arbeitnehmer des Verbandes geben kann;

- die Anzahl der so genannten Spezialverbände im DAV auf den Stand der Zustimmung

zu diesen Spezialverbänden auf den Stand April 2010 beschränkt ist; die Aufnahme eines

weiteren Spezialverbandes während der unmittelbaren direkten Fusionsgespräche

ohne jegliche Abstimmung mit dem Fusionspartner wird als nicht tragbar angesehen;

- ein verschmolzener Verband so schnell als möglich erreicht werden soll; da die 2010

beschlossene Zeitschiene mit Start des verschmolzenen Verbandes zum 01.01.2012

als nur sehr schwer haltbar angesehen wird, gilt als spätest möglicher Termin der

01.01.2013;

- es keine Organisation und Durchführung von Wettfischen geben kann;

- die Besetzung der in der Satzung beschlossenen Ämter im Präsidium des verschmolzenen

Verbandes DAFV durch freie Wahlen erfolgen soll. Dabei gilt wie in der

12er-Kommission einstimmig beschlossen und unterschrieben, dass für je 2 Vizepräsidenten

im verschmolzenen Verband DAFV der VDSF als auch der DAV jeweils 2 Personen

vorschlagen darf, die anschließend von der Mitgliederversammlung unter Einhaltung

der Bestimmung der Satzung in das Amt zu wählen sind. Damit ist gesichert, dass

im neuen Präsidium des verschmolzenen Verbandes DAFV je 2 Mitglieder des dann

ehemaligen VDSF als auch des dann ehemaligen DAV die Funktion als demokratische

gewählte Vizepräsidenten ausüben können.

- es zukünftig keinerlei Veröffentlichungen jeglicher Art auf den offiziellen Websites, in

Presseorganen oder sonstigen Publikationen aus beiden Verbänden geben kann, die

geeignet sind, den jeweils anderen Verband, dessen Präsidium und den Verbandsausschuss

sowie im jeweiligen Verband verantwortungstragende Einzelpersonen herabzuwürdigen

oder in sonstiger, dem Geist einer Fusion abträglichen Art, darzustellen.

- das geschäftsführende Präsidium beauftragt wird, den Satzungsentwurf vom

15.04.2010 mit den entsprechenden Ämtern auf Verträglichkeit im Sinne der Beibehaltung

des Status als anerkannter Naturschutzverband gemäß § 29 (nunmehr § 59) Bundesnaturschutzgesetz

sowie als anerkannter Umweltschutzverband nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz

prüfen zu lassen.

Nicht einstimmig wie die vorstehend dargestellten Ergebnisse, aber mit überwältigender Mehrheit,

wurde die Anregung für einen begrenzten Zeitraum den verschmolzenen Verband DAFV

durch eine Doppelspitze mit Vorschlagsrecht von je einer Person aus dem jeweiligen dann

ehemaligen Verband leiten zu lassen, abgelehnt.

Präsidium und Verbandsausschuss betonen auch nochmals einstimmig, dass die Thematik

„Gewässerfonds“ der Landesverbände Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wie auch

aus den Publikationen des DAV mehrfach ersichtlich, weder von den Fusionsgesprächen noch

im Erfolgsfall im dann verschmolzenen Verband DAFV berührt oder gar beeinträchtigt werden.

Der Gewässerfonds ist weder eine Institution des DAV e.V. noch des im Erfolgsfall zukünftigen

Verbandes DAFV, sondern er ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Landesverbänden, die

mit Beschluss der Mitglieder des jeweiligen Landesverbandes freiwillig eine gemeinsame Nutzung

der in den Gewässerpool eingebrachten Gewässer der jeweiligen Landesverbände beschlossen

haben. Nur die Landesverbände, die Gewässer in den Pool eingebracht haben,

entscheiden mit ihren Mitgliedern über Umfang und Nutzung dieses Pools.

Präsidium und Verbandsausschuss des VDSF erklären dazu ebenfalls einstimmig, dass sie,

wie auch die sehr enge Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden Brandenburg (DAV)

und Mecklenburg-Vorpommern (VDSF) beweist, diesem Pool und diesen Gemeinsamkeiten

sehr aufgeschlossen gegenüber stehen und jegliche gesetzlich mögliche Vereinfachung des

Ausübens der Angelfischerei zu sozial verträglichen Konditionen ausdrücklich begrüßen.

Der Verbandsausschuss hat dem geschäftsführende Präsidium und dem Präsidenten einstimmig

das Vertrauen ausgesprochen und es umfänglich mandatiert. Dieses Mandat orientiert

primär auf die Weiterführung der Gespräche, schließt aber ebenso ein neuerliches Aussetzen

als auch den endgültigen Abbruch der Fusionsverhandlungen ein.

Der Verbandsausschuss und das Präsidium hoffen, dass von den letztgenannten Inhalten des

Mandats kein Gebrauch gemacht werden muss und beide Verbände ohne weitere Störung

sich zu einem einheitlichen deutschen Anglerverband Deutscher Angel-Fischer Verband

(DAFV) finden.

VDSF und DAV werden zum DAFV - Deutscher Angelfischer-Verband

10.09.2010

Fusion VDSF DAV

Mit der geplanten Fusion des VDSF und des DAV geht es weiter voran. So haben sich beide Angelverbände zusammen mit ihren Mitgliedsverbänden am 01.09.2010 in München anläßlich des Deutschen Fischereitages getroffen. Im Vordergrund stand dabei die Information und Diskussion zum aktuellen Stand der Verhandlungen für die Verschmelzung.

So berichtet der VDSF aktuell auf seiner Homepage, das die in den letzten Jahren gestartete Zusammenarbeit weiter verbessert werden konnte. Hiervon sei auch der ebenfalls anwesende Präsident des Deutschen Fischerei-Verbandes (MdB Holger Oertel) überzeugt, der wie alle anderen Teilnehmer seine feste Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass die geplante Vereinigung realisierbar sei.

VDSF-Präsident Peter Mohnert erklärte in seiner Rede, dass es bereits einen einstimmigen Beschluss des Verbandsausschusses gibt, die Fusion in 2011 zu vollziehen. Auch der Satzungsentwurf sei fertig und der Verschmelzungsvertrag lasse keine großen Änderungen erwarten. Alle noch ausstehenden Entscheidungen liegen in der Zuständigkeit seines Präsidiums, daher sei die Fortführung der bislang eingesetzten 12-er Kommission nicht mehr notwendig.

DAV-Präsident Günter Markstein wies darauf hin, dass seine Verhandlungskommission weiter tätig sein wird und den Entscheidungstägern des DAV zuarbeiten wird. Allerdings steht man im DAV hinsichtlich des gemeinsamen Verbandes noch in der Diskussion.

Einig war man sich in München aber darüber, dass der anvisierte Zeitplan für die Fusion im Jahr 2011 eingehalten werden kann. Auch auf einen gemeinsamen Namen hat man sich nun endlich geeinigt: DAFV - Deutscher Angelfischer-Verband soll er heißen.

Der Kreisverband Lübeck hofft, dass die von beiden Verbänden gesteckten Ziele, wie die Verbesserung des Leistungsangebots für die Angler, die Verringerung der laufenden Kosten und die Interessenvertretung der deutschen Anglerschaft gegenüber der Politik und den Behörden, im Rahmen der Fusion auch erreicht werden.

Momentan kommen in Deutschlands Binnengewässern 
8 Flusskrebsarten
4 Neunaugenarten und 
79 Fischarten vor.
Eingeschleppte Arten sind in der nachfolgenden Liste rot gekennzeichnet.

Flusskrebse
Decapoden
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Vorkommen in Deutschland*
Edelkrebs Astacus astacus Gesamt  
Steinkrebs Austropotamobius torrentium Gesamt  
Dohlenkrebs Austropotamobius pallipes Nur in der südwestlichen Oberrheinebene und Schwarzwald  
Kamberkrebs Orconectes limosus Gesamt  
Signalkrebs Pacifastacus leniusculus Gesamt  
Galizischer Sumpfkrebs Astacus leptodactylus Gesamt  
Kalikokrebs Orconectes immunis Bisher erst in einige Gewässer in Baden-Württemberg eingeführt, jedoch starke Ausbreitungstendenz  
Roter amerikanischer Sumpfkrebs Procamberus clarkii Bisher erst in einzelne Gewässer eingeführt  

 

Neunaugen
Rundmäuler
Cyclostomata
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Vorkommen in Deutschland*
Bachneunauge Lampetra planeri Gesamt  
Flußneunauge Lampetra fluviatilis Gesamt  
Meerneunauge Petromyzon marinus Zur Nord- und Ostsee entwässernde Flusssysteme  
Donau-Neunauge Eodontomyzon sp. Einzugsgebiet der Donau, taxonomische Bewertung unklar  

 

Fische
Osteichthyes
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Vorkommen in Deutschland*
Stör Acipenser sturio Zur Nord- und Ostsee entwässernde Flusssystem  
Sterlet Acipenser ruthenus Einzugsgebiet der Donau  
Aal Anguilla anguilla LINEAUS Gesamt  
Flunder Platichthys flesus Steigt in die Ströme auf, z.B. bis in den Oberrhein  
Finte Alosa fallax Zur Nord- und Ostsee entwässernde Flusssysteme  
Maifisch Alosa alosa Zum Atlantik entwässernde Flusssysteme  
Atlantischer Lachs Salmo salar Zur Nord- und Ostsee entwässernde Flusssysteme  
Meerforelle Salmo trutta Zur Nord- und Ostsee entwässernde Flusssysteme  
Bachforelle Salmo trutta f. fario Gesamt  
Seeforelle Salmo trutta f. lacustris Seen im Voralpengebiet  
Regenbogenforelle Oncorhynchus mykiss Gesamt  
Seesaibling Salvelinus alpinus Seen im Voralpengebiet  
Bachsaibling Salvelinus fontinalis Eingeschleppt  
Huchen Hucho hucho Einzugsgebiet der Donau  
Felchen, Große Maräne Coregonus lavaretus lavaretus Stationäre Form in Voralpenseen  
Schnäpel Coregonus lavaretus oxyrhinchus Wandernde Form im Küstengebiet von Nord- und Ostsee  
Peledmaräne Coregonus peled Seen im Einzugsgebiet der Ostsee  
Sandfelchen, Große Maräne Coregonus nasus Einzugsgebiet der Ostsee, Seen im Voralpenland  
Kilch, Kleine Bodenrenke Coregonus pidschian Voralpen- und Alpenseen, im Bodensee gilt er als ausgestorben  
Kleine Maräne Coregonus albula Seen Norddeutschlands  
Äsche Thymallus thymallus Gesamt  
Stint Osmerus eperlanus Als "Binnenstint" in Binnenseen Norddeutschlands  
Hecht Esox lucius Gesamt  
Hundsfisch Umbra krameri eingeschleppt  
Karpfen Cyprinus carpio Gesamt  
Rotauge Rutilus rutilus Gesamt  
Frauennerfling Rutilus pigus Ober- und Mittellauf der Donau  
Perlfisch Rutilus frisii Voralpenseen  
Rotfeder Scardinius erythrophthalmus Gesamt  
Schleie Tinca tinca Gesamt  
Hasel Leuciscus leuciscus Gesamt  
Döbel Leuciscus cephalus Gesamt  
Aland Leuciscus idus Gesamt  
Strömer Leuciscus souffia agassizi Südliches Baden-Württemberg und Bayern  
Moderlieschen Leucaspius delineatus Gesamt  
Rapfen Aspius aspius Einzugsgebiet der Donau  
Ukelei Alburnus alburnus Gesamt  
Schneider Alburnoides bipunctatus Gesamt  
Brachsen Abramis brama Gesamt  
Blicke, Güster Blicca björkna Gesamt  
Zobel Abramis sapa Einzugsgebiet der Donau  
Zope Abramis ballerus Unterläufe der Weser und Elbe sowie Ostseezuflüsse  
Zährte Vimba vimba Elbe, Ems, Weser, Ostseezuflüsse und Donau  
Ziege Pelecus cultratus  
Karausche Carassius carassius Gesamt  
Giebel Carassius auratus gibelio Gesamt  
Mairenke Chalcalburnus chalcoides mento Oberbayerische Seen  
Bitterling Rhodeus sericeus amarus Gesamt  
Barbe Barbus barbus Gesamt  
Nase Chondrostoma nasus Gesamt. Das Einzugsgebiet der Elbe wurde immer ausgenommen, laut neuen Arbeiten ist dies jedoch fragwürdig.  
Gründling Gobio gobio Gesamt  
Weissflossiger Gründling Gobio albipinnatus Einzugsgebiet der Donau, Fänge in 1999 weisen ihn auch für den Rhein nach.  
Steingreßling Gobio uranoscopus Bayerisches Einzugsgebiet der Donau  
Blaubandbärbling Pseudorasbora parva Gesamt, eingeschleppt  
Elritze Phoxinus phoxinus Gesamt  
Graskarpfen Ctenopharyngodon idella Eingeschleppt  
Silberkarpfen Hypophthalmichthys molitrix Eingeschleppt  
Marmorkarpfen Hypophthalmichthys nobilis Eingeschleppt  
Bachschmerle Barbatula barbatula Gesamt  
Steinbeißer Cobitis taenia Gesamt  
Schlammpeitzger Misgurnus fossilis Gesamt  
Flussbarsch Perca fluviatilis Gesamt  
Zander Sander lucioperca Gesamt  
Kaulbarsch Gymnocephalus cernuus Gesamt  
Donau-Kaulbarsch Gymnocephalus baloni Einzugsgebiet der Donau, nicht in Baden-Württemberg  
Schrätzer Gymnocephalus schraetzer Einzugsgebiet der Donau, nicht in Baden-Württemberg  
Streber Zingel streber Einzugsgebiet der Donau  
Zingel Zingel zingel Einzugsgebiet der Donau, nicht in Baden-Württemberg  
Sonnenbarsch Lepomis gibbosus Eingeschleppt  
Wels Silurus glanis Gesamt  
Zwergwels Ictalurus nebulosus Eingeschleppt  
Scharzer Zwergwels Ictalurus melas Eingeschleppt  
Koboldkärpfling Gambusia affinis Eingeschleppt  
Groppe Cottus gobio Gesamt  
Ostgroppe Cottus poecilopus Eingeschleppt  
Dreistachliger Stichling Gasterosteus aculeatus Gesamt  
Zwergstichling Pungitius pungitius Nicht in Süddeutschland  
Schleimfisch Blennius fluviatilis  
Trüsche, Quappe Lota lota Gesamt  
 

Anglerverein Borken feierte 75-jähriges Bestehen – Herzstück ist Haarhäuser See

Frische Fische schmecken

Borken. „Manche Mitglieder angeln 150 Tage im Jahr“, erzählt Axel Keller. Er ist Vorsitzender des Anglervereins Borken, den es seit 75 Jahren gibt und dem 340 Mitglieder angehören. 50 aktive Angler, darunter zehn Frauen, treffen sich regelmäßig am Haarhäuser See. Dort veranstaltete der Anglerverein Borken jetzt seine Jubiläumsfeier.

Die Mitglieder des Vereins, auch Angelfischer genannt, angeln auf etwa 21 Hektar Wasserfläche zum Jahresbeitrag von 60 Euro. Das sei der geringste Beitrag in Hessen, betonte Keller. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen habe der Anglerverein keine Nachwuchssorgen.

1994 übernahm Axel Keller den Vorsitz des Vereines. Sohn Timo und Enkelsohn Benedikt gehören ebenfalls dem Verein an.

Drei Angelveranstaltungen im Jahr bietet der Verein den „Angelfischern“ an, erläuterte Axel Keller. Die Mitglieder kommen aus Borken, dem Altkreis Fritzlar-Homberg, Melsungen, Schwalmstadt, Kassel und Frankenberg. Herzstück des Vereins, der dem Verband Hessischer Fischer angehört, ist der 8,5 Hektar große Haarhäuser See.

An der Jubiläumsfeier nahmen der Knappenchor Borken und der Shantychor der Marinekameradschaft teil. Viel Beifall erhielt auch der Jagdhornbläserkorps des Kreisjagdvereins Hubertus Fritzlar-Homberg. Der Verbandspräsident des Hessischen Fischereiverbandes, Jurik Nentwig, war aus Frankfurt gekommen, um an der Feier teilzunehmen. Etwa 100 Besucher verfolgten die Ehrung langjähriger Mitglieder. Jürgen Schäfer aus Fritzlar unterhielt mit Oldies und Evergreens. Fischspezialitäten bildeten das Jubiläums-Festmahl. (zgh) Kontakt: Axel Keller, Neuental, Tel. 06693/ 911400. Vereinsvorsitzende seit 1935: • 1935 bis Kriegsbeginn: Heinrich Amthauer • während des Krieges und danach: Otto Richter • 1950 bis 1960: Karl Dreißig-acker • 1960 bis 1964: Erich Ruhnke • 1964 bis 1994: Willi Weidner • 1994 bis heute: Axel Keller Heutiger Vorstand: 2. Vorsitzender: Karl-Heinz Hucke, Bad Zwesten 1. Kassierer: Petrick Böttcher, Gudensberg 2. Kassierer: Martin Sobocik, Borken 1. Jugendwart: Tim Dresler, Borken-Trockenerfurth.

 

Sturmschäden am Haarhäuser See

Sturm Doris

In der Nacht vom 10.06. auf dem 11.06.2010 hat der Sturm Doris eine Verwüstung am Haarhäuser See hinterlassen. Es wurden etliche Bäume entwurzelt und abgeknickt, sodass man weder um den See gehen noch fahren konnte. Der Schaden der Natur wird einige Jahre sichtbar sein. Da dieses bis zur 75 Jahr Feier einigermaßen behoben werden muss, werden Mitglieder zum anfassen gebraucht. Wer Zeit hat kann am See nächste Woche und danach mit anpacken. Meldet Euch bei den Gewässerwarten.

 Mit 5 Mitgliedern ( Michael Weidemann, Timo Keller, Harald Habich, Meinhard Kühne und Reiner Müller der sein Rückefahrzeug mitbrachte ) die sich am Sonntag den 13.06.2010 bereiterklärten, die Wege und Zufahrten zum See von den Bäumen und Ästen freizuräumen. Diese Aktion dauerte von 8:00 bis nach 14:00 Uhr. Am Montag wurde mit einigen Leuten ( Michael Weidemann, Timo Keller, Martin Sobocik, Meinhard Kühne und Erich Kohl ) die Aktion am See weitergeführt.

Nach dem Sturm

Nach den Aufräumungsarbeiten

Maßnahme Vorplatz Haarhäuser See

Am 29.05.2010 ist der Vorplatz an der Hütte mit einigen Mitgliedern ( Torsten Kurzrock, Michael Weidemann, Martin Sobocik, Meinhard Kühne, Harald Habich und das Transportunternehmen Faust ) geschottert worden. Hier wurde eine Rinne eingearbeitet, so dass das Wasser in den See ablaufen kann. Dadurch sind einige Tonne Schotter verbaut worden. Diese Maßnahme ist für unsere 75 Jahr Feier am See durchgeführt, da sonst bei nassem Wetter Wasser auf dem Platz stehen bliebe.

Besuch der Kläranlage von VW Baunatal

Am Samstag, den 08.05.2010 auf initiative von 1. Vorsitzenden Axel Keller durfte die Hegegemeinschaft "Untere Schwalm" mit 15 Personen, darunter auch 4 Mitglieder des Anglerverein Borken, die Kläranlage des VW-Werkes Baunatal besichtigen.                                                                           Am Treffpunkt VW Hauptwache wurden wir um 9:30Uhr von Herrn Pflock abgeholt und zu den Gebäuden der Kläranlage geführt.                                                                                                                            Hier stellte Herr Pflock sein Team, Meister Jens Ehlers, Doktorandin Frau Maja Rother und Praktikant Carsten Schulze vor. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen durch die Anlage geführt und der Betrieb dieser erklärt. Im zweiten Bereich wurden wir über die Einleitung des Klärwassers in die Bauna informiert. Die Bauna führt 80 l Wasser pro Sek., im Bereich VW Klärwerk werden 75 l/s eingeleitet. Laut Frau Maja Rother verschlechtert sich die Wasserqualität der Bauna nicht, da Sie die ganze  Bauna regelmäßig auf Gewässergüte überprüft. Die Besichtigung und Information dauerte zirka 3,5 Std.