Erhebung und Kontrolle des Fischbestandes an der Schwalm

Am 08.07.2017 fand das 1. Landesverbandsfischen des Verbandes Hessischer Fischer e.V. (VHF) in Gombeth statt. Das Angeln zum Zwecke der Erhebung und Kontrolle des Fischbestandes wurde in Zusammenarbeit mit dem VHF, dem AV Borken und dem SFV Gombeth 1971 durchgeführt. Nach Begrüßung der zahlreichen Angler durch den VHF-Vizepräsidenten Thomas Hof im Vereinsheim der Gombether Angler und dem 1. Vorsitzende des SFV-Gombeth Detlef Zülch, auch im Namen des Angelvereins Borken, die aus den verschiedensten Teilen Hessens angereisten Angler. Der Vizepräsident des Deutschen Angelfischervereins (DAFV) Werner Landau hatte sich ebenfalls zum Angeln an der Schwalm angemeldet und wurde von Detlef Zülch sehr herzlich begrüßt. Herr Landau lobte den Einsatz der Angelvereine, der maßgeblich zum Erhalt und Verbesserung unserer Gewässer, der Natur und dem Fortführen des traditionellen Angelvergnügens beiträgt.

 

Nach Einweisung in die Gegebenheiten der Gewässerstrecke und die Vergabe der Angelplätze, stärkten sich alle am Buffet. Einige Angler hatten 2 Stunden Anreise in Kauf genommen, um ihrem Hobby an der schönen Schwalm nach zu gehen. Es wurde auf Friedfisch geangelt, welche lebend gehältert wurden. Die Fische wurden nach dem Wiegen und Begutachtung wieder in die Freiheit entlassen. Alle Angler konnten Fangergebnisse vorweisen. Diese guten Angelergebnisse haben gezeigt, dass sich der Fischbestand in der Gombether Schwalm verbessert hat. Eine Vielzahl, auch von kleinen Fischen, konnten gefangen werden. Nach Bestandsabnahmen in den vergangenen Jahren, welche auf verschiedene Faktoren (z.B. Kormoran, Baumaßnahmen….) zurück zu führen sind, erholt sich der Fischbestand gut und lässt uns zuversichtlich nach Vorne schauen.
Das größte Anglerglück hatten Uwe Henninger vom ASV Biebesheim und André Haas vom SFV Gombeth.

Im Anschluss an das Angeln wurden Erinnerungsgaben an die Teilnehmer verteilt.

Viele Teilnehmer, welche an Gewässern wie Rhein, Main und Fulda zu Hause sind, zeigten sich positiv überrascht von unserer Schwalm. Besonders wurden die Ruhe und die schönen, gut zugänglichen Angelplätze gelobt. Feststellung eines zufriedenen Anglers: „Man kann nur die Fische fangen, die auch im Gewässer sind!“

Zum Abschluss bedankte sich Thomas Hof für die gute Organisation der Veranstaltung und wünschte allen eine gute Heimreise.

Detlef Zülch
Vorsitzender SFV Gombeth 1971 e. V.

Vizepräsidenten unter sich:
VHF-Vizepräsident Thomas Hof (li) und DAFV Vizepräsident Werner Landau
Foto: T. Hof

MönchVarianteRohr_Baur

KormoranVsUmwelt

Fische_Fluesse

Aalvermehrung

Faktencheck Anfüttern

Anfütterverbote unbegründet!

HechtZanderGenetik

Jugendfischen_AnzeigePETA 

Regenbogenforelle_Temp

Anlage Entwurf VO HFischV

HFO_Stn_V9

 

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Forschen auf Augenhöhe fördert Nachhaltigkeit

Den Elfenbeinturm verlassen und gemeinsame Experimente in der Natur durchführen - dies verbessert die ökologischen Kompetenzen und fördert ökologische Handlungsweisen unter Nutzern und Bewirtschaftern natürlicher Ressourcen. Das zeigt ein bemerkenswertes sozial-ökologisches Experiment mit Anglern, das im Fachjournal Science Advances, dem Online Ableger von Science, publiziert wurde.

Die Natur ist komplex und schwer zu verstehen. Selbst für führende Wissenschaftler ist es nahezu unmöglich, exakte Prognosen darüber anzustellen, wie natürliche Ökosysteme auf Bewirtschaftungsmaßnahmen oder natürliche Einflussfaktoren reagieren. Um die Wirkung von menschlichen Aktivitäten zweifelsfrei zu verstehen, bedarf es daher umfangreicher und langjähriger Freilandexperimente und einer kontinuierlichen Erfolgskontrolle. Doch all das wissenschaftliche Wissen nützt wenig, wenn es nicht mit dem Praxiswissen vor Ort verschnitten wird. Ein reines Leben im Elfenbeinturm kann nicht die Lösung für mehr Nachhaltigkeit sein.

Die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung versteht sich als der Gesellschaft verpflichteter Forschungsansatz, der Probleme der Nachhaltigkeit in enger Zusammenarbeit von Forschenden und Praktikern zu lösen versucht. Ein Nutzen, den das gemeinsame Forschen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern verspricht, ist gemeinsames Lernen am realen Forschungsgegenstand. Doch bisher suchte man vergeblich nach quantitativen Belegen, dass sich diese neue Form der partizipativen Forschung wirklich lohnt.

In einem umfangreichen, mehrjährigen sozial-ökologischen Fischereiexperiment haben Fischereiwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) in Kooperation mit Biologiedidaktikern der Universität Tübingen und einer Vielzahl niedersächsischer Angelvereine als Praxispartner untersucht, ob und wie sich eingesetzte Fische in ihrer neuen Umgebung etablieren. Das mehrjährige ökologische Experiment zum Fischbesatz wurde kombiniert mit einem umweltpädagogischen Experiment zum Lernerfolg des gemeinsamen Forschens.

Fischbesatz ist eine traditionelle Managementpraxis in der Fischerei, allerdings wird befürchtet, dass das Einsetzen von Fischen in vielen Fällen ohne Wirkung verpufft und gleichzeitig ökologische Schäden wie Krankheitsausbrüche oder Verlust lokal angepasster Populationen entstehen können. Hingegen meinen viele Angler und Bewirtschafter, dass Fischbesatz alternativlos ist, um in stark vom Menschen beeinflussten Gewässern die Fischbestände zu erhalten und zu steigern. Die entsprechende Unsicherheit kann nur durch großangelegte Experimente an bewirtschafteten Gewässern reduziert werden. Dazu müssen einige Gewässer mit markierten Fischen besetzt werden, andere nicht, und die Begleitforschung muss über mehrere Jahre die Maßnahmenwirkungen auch im Vergleich zu nichtbesetzten Kontrollgewässern untersuchen.

Die Fischereiwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler um den Studienleiter Professor Robert Arlinghaus (Humboldt-Universität zu Berlin und IGB) überwachten in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm für Sozial-ökologische Forschung über fünf Jahre geförderten Besatzfisch-Projekt (www.besatz-fisch.de) den Erfolg von Fischbesatz mit markierten Karpfen und Hechten in 24 von Anglern bewirtschafteten Baggerseen. Begleitend begab sich eine kleine Gruppe von Sozialwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen zusammen mit Anglern und Gewässerbewirtschaftern in Workshops auf die gemeinsame Reise der Planung und Evaluierung der ökologischen Fischbesatzexperimente. Die umweltpädagogische Erfolgsmessung basierte auf drei Versuchsgruppen: eine Placebogruppe, eine Gruppe von Anglern und Bewirtschaftern, die über einen Vortrag zu Themen des nachhaltigen Fischereimanagements über Fischbesatz ausgebildet wurden, sowie eine Gruppe, die am Freilandexperiment direkt beteiligt wurde, nachdem auch sie ebenfalls in einem 4,5-stündigen Seminar theoretisch in Fischbesatzthemen ausgebildet wurde. Typisch ist in den Gewässerwarteschulungen der Anglerverbände lediglich die theoretische Ausbildung.

Obwohl auch die Theorie langfristig die ökologischen Wissensbestände der Angler und Bewirtschafter im Vergleich zur Placebogruppe änderte, zeigten sich die größten umweltpädagogischen Effekte bei der  partizipativen Gruppe. Diese erinnerte zehn Monaten nach Programmende nicht nur größere Wissensbestände. Darüber hinaus zeigten sich Änderungen der persönlichen Normen und der ökologischen Grundüberzeugungen – insbesondere veränderte sich die Bereitschaft, künftig über Fischbesatz das fischereiliche Management zu gestalten. Stattdessen wurden alternative Bewirtschaftungsvorgehen, die geringere ökologische Risiken kennzeichnet, wie die Verbesserung der Lebensräume oder die Verschärfung von Fangbeschränkungen, verstärkt akzeptiert.

„Unsere Studie belegt, dass aktive Teilnahme an Experimenten in der Natur einen höheren Bildungserfolg erzielt als passives Zuhören“, erläutert Professor Christoph Randler von der Universität Tübingen. „Insbesondere zeigt sich, dass das gemeinsame Forschen auf Augenhöhe Lerneffekte weit über die Wissenschaft hinaus bewirkt“, ergänzt Erstautorin Dr. Marie Fujitani. „Die Schnittstellen zwischen Umweltpraxis und Forschung müssen unbedingt gefördert werden, so dass transdisziplinäre Forschung auf der Grundlage gut evaluierter Freilandexperimente großflächig zum Einsatz kommen kann“, konstatiert Professor Dr. Robert Arlinghaus. Die Ergebnisse sind mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf andere Situationen übertragbar, in der Menschen Natur nutzen und gestalten, wie z. B. in der Landwirtschaft oder in der Jagd- und Forstwirtschaft.

 

Quelle
Fujitani, M., McFall, A., Randler, C., Arlinghaus, R.: Participatory adaptive management leads to environmental learning outcomes extending beyond the sphere of science 

http://advances.sciencemag.org/content/3/6/e1602516.full

 

Filmdokumentation
https://www.youtube.com/watch?v=27Ar-A5PLA0

 

Erklärfilme als Cartoons
http://besatz-fisch.de/content/view/90/86/lang,german/


Sie finden diese Pressemitteilung mit Foto unter http://www.fv-berlin.de/news/forschen-auf-augenhoehe-foerdert-nachhaltigkeit

 

Kontakt
Prof. Dr. Robert Arlinghaus
Humboldt-Universität zu Berlin und Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
arlinghaus@igb-berlin.de

 

 

--

Gesine Wiemer

Forschungsverbund Berlin

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rudower Chaussee 17

12489 Berlin

 

Tel.: (030) 6392-3338

E-Mail: wiemer@fv-berlin.de

www.fv-berlin.de

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der der Humboldt-Universität zu Berlin (HU)

Binnenfischerei als Nahrungsquelle weltweit stark unterschätzt

Internationales Team von Wissenschaftlern unter Beteiligung von HU-Professor Dr. Robert Arlinghaus und dem IGB legt Studie vor

Die Rolle der Binnenfischerei in Seen und Flüssen für die Nahrungssicherheit wird weltweit stark unterschätzt. Zu dieser Einschätzung kommt ein internationales Team von Wissenschaftlern unter Beteiligung von Prof. Dr. Robert Arlinghaus von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

 „Zwar haben die Vereinten Nationen in ihren Zielen nachhaltiger Entwicklung die Süßwasser-Ökosysteme berücksichtigt. Aber die Binnenfischerei taucht als Begriff dort nicht auf. Dabei ist sie unmittelbar mit Zielen wie Nahrungssicherheit, Einkommen und Gesundheit verknüpft“, sagt Fischereiprofessor Robert Arlinghaus.

Große soziale Relevanz

Während die Überfischung der Weltmeere allgegenwärtiges Medienthema ist, wird die große soziale Relevanz der Fangfischerei und Aquakultur im Süßwasser oft übersehen: Nur 0,01 Prozent des weltweiten Wassers ist Süßwasser, trotzdem machen Binnenfischerei und Süßwasser-Aquakultur rund 40 Prozent der bei der Welternährungsorganisation dokumentierten globalen Fischproduktion aus. Allein in den Entwicklungsländern liefert die Fangfischerei in Süßwassergewässern Einkommen für rund 60 Millionen Menschen, als lokaler und regionaler Nahrungslieferant sogar für mehrere Hundert Millionen Menschen. Darüber hinaus gibt es weltweit rund 220 Millionen Hobbyangler, für die selbstgefangene Süßwasserfische einen wichtigen Beitrag zur Selbstversorgung mit tierischen Proteinen leisten.

Diese Zahlen unterstreichen die unterschätzte Rolle der Binnenfischerei für die globale Ernährungssicherung, gerade in Entwicklungsländern. Der größte Anteil des Fangfischereiertrags aus dem Süßwasser basiert auf kleinskaliger, wenig motorisierter Binnenfischerei. „Die Binnenfischerei liefert das nachhaltigste tierische Protein überhaupt. Der Süßwasserfischertrag lässt sich durch keine andere tierische Nahrung mit gleichem ökologischem Fußabdruck ersetzen – alle Varianten wie die Geflügelhaltung oder die Rinderzucht bräuchten mehr Energie und Wasser und führten zu schädlichen Emissionen. Selbst die Aquakultur kann Nachhaltigkeitsvorteile der Fangfischerei nicht übertreffen“, sagt Professor Robert Arlinghaus.

Forschungskapazitäten müssen ausgebaut werden

Deshalb müsse die geringgeschätzte soziale, kulturelle und wirtschaftliche Relevanz der Binnenfischerei national und international stärker hervorgehoben und besser in regionale und nationale politische Entscheidungs- und Strategieprozesse rund um das Wasser- und Gewässermanagement integriert werden. Zudem sind die Forschungskapazitäten zur Binnenfischerei auszubauen. Gegenwärtig kann durch den vor allem in Mitteleuropa zu beobachtenden Abbau akademischer Kompetenz zur Binnenfischerei der hohe Bedarf an praxisorientierter Expertise zur Entwicklung des Sektors nur noch eingeschränkt abgedeckt werden. Darunter leiden die stummen Süßwasserfische und Binnenfischer und Angler gleichermaßen.

Cooke, S.J., E.H. Allison, T.D. Beard, R. Arlinghaus, A.H. Arthington, D.M. Bartley, I.G. Cowx, C. Fuentevilla, N. J. Leonard, K. Lorenzen, A.J. Lynch, V.M. Nguyen, S.-J. Youn, W.W. Taylor and R.L. Welcomme.  2016.  On the sustainability of inland fisheries: Finding a future for the forgotten.  Ambio, doi:10.1007/s13280-016-0787-4

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Robert Arlinghaus
Humboldt-Universität zu Berlin (HU)
Integratives Fischereimanagement
arlinghaus@igb-berlin.de

 

Mit besten Grüßen

 

Karl-Heinz Karisch

Pressereferent

Forschungsverbund Berlin e.V.

Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin

Tel.:  030-6392 3337

Mobil: 0171-17 10 549

Fax:   030-6392 3333

E-Mail: karisch@fv-berlin.de

www.fv-berlin.de

www.facebook.com/ForschungsverbundBerlin

www.facebook.com/karlheinz.karisch

VHF Infomail: WG: Fließgewässer effizienter renaturieren, IGB Berlin

PRESSEMITTEILUNG des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin

 

Fließgewässer effizienter renaturieren:

Neuer Ansatz verbindet systematische Planung mit lokalem Expertenwissen

 

Der Renaturierungsbedarf bei Fließgewässern ist groß: Verschiedene Maßnahmen sollen helfen, den Verlust der Artenvielfalt zu bremsen und wertvolle Funktionen für uns Menschen zu erhalten. Der gewünschte Erfolg nach Renaturierungen bleibt aber oftmals aus. Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben deshalb einen neuen Ansatz getestet, der Renaturierungen effizienter macht: Sie verknüpfen systematische Planung mit lokalem Expertenwissen. – Eine Pilotstudie an Spree und Havel ist vielversprechend. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift „Science of the Total Environment“.

 

Fließgewässer gehören zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen der Welt. Die intensive Nutzung und die damit verbundenen Veränderungen wie Kanalisierung oder Wasserentnahme beeinträchtigen ihre Artenvielfalt und werden auch für den Menschen zum Problem: Die Trinkwassergewinnung, der Hochwasserschutz durch natürliche Auen oder der Nährstoffrückhalt werden zunehmend eingeschränkt. Durch Renaturierungen sollen Fließgewässer in einen besseren Zustand überführt werden – zum Wohl von Mensch und Natur.

 

Bessere Planung dank Priorisierung und Einbindung lokaler Experten

 

Die gewählten Maßnahmen sollen dabei nicht nur die Umweltziele erreichen, sondern auch möglichst  kosteneffizient sein. „Einer der Gründe für den oft ausbleibenden Erfolg  von Renaturierungsmaßnahmen  ist, dass sie meist ad hoc, das heißt zum Beispiel an Stellen, an denen gerade Ufergebiet verfügbar ist, umgesetzt werden“, erklärt Dr. Simone Langhans, die das Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) leitet. Um die Erfolgsquote von Renaturierungen zu erhöhen, helfe eine systematische Planung: Unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz und Biodiversitätszielen werden dabei geeignete Renaturierungsstellen und potenzielle Maßnahmen  priorisiert. Noch effizienter lassen sich Renaturierungen planen und umsetzen, wenn zudem lokale Experten eingebunden werden. Eine Pilotstudie an Spree und Havel zeigt: Werden systematische Planungen mit lokalem Expertenwissen kombiniert, wirkt sich das positiv auf den ökologischen Gewinn, die Kosteneffizienz sowie auf  die Praktikabilität eines solchen Vorhabens aus.

 

Neuer Ansatz an Spree und Havel getestet

 

Entlang der Spree und der Havel identifizierten die Forscher gemeinsam mit lokalen Fischökologen Flussstellen, an denen die Wiederherstellung von Laichplätzen für typische Flussfischarten sinnvoll wäre. Anschließend schätzten sie für jede Stelle die individuellen Maßnahmenkosten ab. Beide Informationen flossen dann in Berechnungen mit der Software Marxan ein. „Die Software wählt mit einem mathematischen Algorithmus jene Flussstellen aus, in denen die ökologischen Ziele mit dem geringsten finanziellen Aufwand erreicht werden können“, erklärt Langhans. Als ökologische Zielgröße nutzten die Forscher dabei die Jungfischpopulationen von elf wichtigen Flussarten, darunter auch Wanderfische wie Stör, Lachs, Meerforelle, Fluss- und Meerneunauge.

 

Neue Methode auch auf andere Fließgewässer übertragbar

 

„Es ist uns wichtig, möglichst anwendungsorientiert zu arbeiten. Unsere Ergebnisse sollen den örtlichen Entscheidungsträgern konkret weiterhelfen“, betont Langhans. Mit der entwickelten Methode könnten Renaturierungen von Laichplätzen auch in anderen Fließgewässern optimal geplant werden, ist sie sich sicher. Die Methode soll nun so weiterentwickelt werden, dass auch  zusätzliche ökologische Kenngrößen wie zum Beispiel das Vorkommen aquatischer oder terrestrischer Wirbeltiere bei der systematischen Planung berücksichtigt werden können.

 

Die Studie wurden im Rahmen des  durch die Alexander von Humboldt-Stiftung finanzierten Projekts “Money for rivers: a new framework to optimize rehabilitation funds” durchgeführt.

 

Vertonte Flussrenaturierung:

Gemeinsam mit der Schweizer Band „Knuts Koffer“ vertonte Simone Langhans ihre Arbeit an Havel und Spree. Das Musikvideo ist online verfügbar: http://bit.ly/Musikclip-Flussfisch

 

Publikation:

Langhans SD, Gessner J, Hermoso V, Wolter C (2016) Coupling expert judgement and systematic planning enhances the efficiency of river restoration, Science of the Total Environment 560-561: 266-273.

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969716306696

 

Bildmaterial finden Sie hier:  https://idw-online.de/de/news650094

Die Havel: Inseln und Mäander bieten hier Raum für Revitalisierungsmaßnahmen. Foto: Christian Wolter/IGB

Das Unterwasser des Wehres in Bahnitz (Havel) wäre eine optimale Stelle, um großflächig Kiesbänke zu gestalten. Foto: Christian Wolter/IGB

 

Ansprechpartner:

Dr. Simone D. Langhans

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail: langhans@igb-berlin.de

Tel.: + 49(0)30 64181 943

 

Dr. Jörn Geßner

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail: sturgeon@igb-berlin.de

Tel.: + 49(0)30 64181 626

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Angelina Tittmann/Nadja Neumann

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

E-Mail:pr@igb-berlin.de

Tel.: +49 (0) 30 64181 -631/-975

 

 

 

Mit besten Grüßen

 

Karl-Heinz Karisch

Pressereferent

Forschungsverbund Berlin e.V.

Rudower Chaussee 17, 12489 Berlin

Tel.:  030-6392 3337

Mobil: 0171-17 10 549

Fax:   030-6392 3333

E-Mail: karisch@fv-berlin.de

www.fv-berlin.de

www.facebook.com/ForschungsverbundBerlin

www.facebook.com/karlheinz.karisch

 FVB_Logo_leibnizblau_klein

fvb_8bilder